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Wirt vom Karthäuserhof: Stress mit dem Hausbesitzer

Wirt vom Karthäuserhof : Stress mit dem Hausbesitzer

Nach 16 Jahren wird es Zeit für einen Tapetenwechsel, findet Gabriel Strusch. Dass der Gastwirt den Karthäuserhof zu- macht und in den Lindenhof einzieht, ist inzwischen in Kessenich bekannt.

Das wird quasi von heute auf morgen geschehen, an einem Stichtag: "Wenn ich hier zumache, mache ich da auf." Für die Gäste werde sich nicht viel ändern: Seine deutsche Hausmannskarte zieht weitgehend mit um.

Der Tapetenwechsel ist aber nicht sein einziger Grund. "Vor zwei Jahren gab es einen Eigentümerwechsel im Objekt", so Strusch. Der neue Hausbesitzer sehe aber keinen Bedarf, sich um die Gaststätte zu kümmern. Dabei gibt es einiges zu tun: Die Sanitäranlagen seien veraltet, die Fenster nur einfach verglast, die Kegelbahn nannte der Wirt "abgelutscht". Und wer genauer hinsehe, finde noch viele andere Mängel. "Ich kümmere mich ja um alles", sagt Strusch. "Aber wenn man mir dann noch die Kosten aufdrückt, geht das zu weit." Deshalb nutzte er schnell die Gelegenheit, als die Schließung des Lindenhofs in der Burbacher Straße bekannt wurde.

Bislang habe er nur positive Reaktionen von seinen Stammgästen bekommen. Die würden mit umziehen, sagt er - da Strusch mit seiner Gastronomie im Stadtteil bleibt, werden für die meisten die Wege nur unwesentlich länger. Im neuen Standort baut er jetzt um: Das gutbürgerlich-rustikale Ambiente im Restaurantbereich will der Wirt "auf den heutigen Stand der Dinge" bringen.

Der Thekenbereich soll bleiben, wo er ist, nämlich links vom Eingang. Den Saal und den Gewölbekeller will Strusch nutzen, ebenso wie das Außengelände. "Der Antrag bei der Stadt liegt vor." Darüber will er mit allen Anwohnern sprechen. "Da muss jeder mitziehen." Er könne sich vorstellen, die Terrasse so umzugestalten, dass niemand allzu sehr gestört werde. Der bisherige Lindenhof-Pächter hatte den eigentlich fertigen Außenbereich nicht nutzen dürfen, weil sich ein Anwohner über den Geräuschpegel beschwert hatte. Strusch will auch einige andere Fehler vermeiden, die seiner Meinung nach sein Vorgänger gemacht hat. "Ich will das Kessenicher Publikum ansprechen." Der alte Lindenhof habe sich zu sehr auf auswärtige Politiker-Kundschaft aus Hauptstadtzeiten konzentriert, meint er.

Für ihn als gelernten Koch wird das Augenmerk auf der Küche liegen. Rheinische Spezialitäten, Schnitzel, sein Bratkartoffelpfännchen und Saisonangebote werde es auf jeden Fall weiter geben. Ein paar neue Angebote kämen hinzu, kündigt Strusch an, ein paar andere fielen weg.

An der Theke wolle er auch eine abgespeckte Häppchenkarte erstellen. Außerdem werde er an jedem ersten Sonntag im Monat ein Brunchbuffet anbieten, erst mal zur Probe, um zu schauen, ob das ankommt. Eine Kegelbahn hat er im Lindenhof nicht. "Da bin ich aber auch nicht traurig drüber." Die im Karthäuserhof werde nicht mehr gut angenommen, die Zeit dafür sei scheinbar vorbei. "Und ich kriege sie nicht warm im Winter."

Der Name "Karthäuserhof" wird nicht mit umziehen. Der gehöre zum Objekt, so Strusch. Natürlich wird er am neuen Standort den alten Namen beibehalten, allerdings mit Ergänzung: "GaStru Cuisine im Lindenhof" wird der Gasthof in der Burbacher Straße 222 künftig heißen. Täglich wird ab 17 Uhr geöffnet sein. Die neue Homepage www.lindenhof-kessenich.de ist laut Strusch in Arbeit.