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Hutwurf zur Feier des Tages: Studenten feiern Abschluss beim Bonner Universitätsfest

Hutwurf zur Feier des Tages : Studenten feiern Abschluss beim Bonner Universitätsfest

1100 Studenten erhalten beim Bonner Universitätsfest ihre Abschluss-Urkunden und feiern so den Beginn eines neuen Lebensabschnittes.

Die Barette flogen, die Talare wehten, die Studenten jubelten: Beim 14. Bonner Universitätsfest, das am vergangenen Samstag Samstag zum zweiten Mal im Telekom Dome stattfand, feierten rund 1100 Absolventen der Universität Bonn den Abschluss ihres Studiums und verabschiedeten sich symbolisch von einer ebenso lehrreichen wie fordernden Zeit.

Für die knapp 800 jungen Frauen und 300 Männer beginnt immerhin nun ein neuer Lebensabschnitt. Doch auch wenn in den Festreden immer wieder nach vorne geblickt wurde, galt der Fokus der Absolventen in erster Linie dem finalen Hütewerfen sowie dem Universitätsball, der am Abend im Maritim-Hotel mit rund 2000 Gästen einen krönenden Abschluss bot.

Allerdings ließen es weder Rektor Michael Hoch noch Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan an guten Worten fehlen. Beide hofften, dass die Absolventen der Stadt und auch ihrer Alma Mater treu bleiben würden oder sich zumindest als ihre Botschafter in der ganzen Welt verstehen würden. Warum auch nicht? Immerhin habe die Univeristät mit ihren Dozenten „neue Horizonte eröffnet“, wie die Absolventin Magdalena Prinzler in ihrer bewegenden Rede betonte. „Ich denke an Texte, die mich herausgefordert und zum Widerspruch gereizt haben. An Diskussionen in Seminaren, die so intensiv waren, dass sie in den Pausen und auf dem Nachhauseweg weitergeführt wurden. Und ich bin von tiefer Dankbarkeit erfüllt.“

Dem stimmten auch ihre ehemaligen Kommilitonen zu, die von der Veranstaltung durchaus angetan waren. „Ich finde es recht feierlich“, sagte etwa Lena Erwig. „Es ist schon ein besonderes Gefühl so einen Talar zu tragen und dann hier in diesem Saal zu sein.“ Und das lange Warten? „Ach, das empfand ich gar nicht als so schlimm.“ Tatsächlich lief die Veranstaltung weitaus flüssiger ab als noch im vergangenen Jahr – selbst der Verkehr war kein gravierendes Problem, lediglich die Parkplatzsuche nervenaufreibend.

Die Bilder zum 14. Bonner Universitätsfest

Und so zog es sich denn am meisten während der Urkundenvergabe, in der sämtliche Gänge verstopft waren. Vor allem die Philosophische Fakultät mit ihren zahlreichen Studierenden bildete ein Nadelöhr. „Es ist jetzt grade ein wenig stickig“, sagte Leonie Overwien, „ansonsten finde ich die Feier aber schön. Gut fand ich, dass die Reden recht kurzweilig waren, dass es ein Interview mit der Astronautenanwärterin Insa Thiele-Eich statt eines langen Vortrags gab und dass sich die AstA-Vorsitzende Sarah Mohamed auch mal kritisch äußerte.“

Diese hatte in der Tat kein Blatt vor den Mund genommen. Das „Wir-Gefühl“, dass die Universität in ihrem Jubiläumsjahr als Motto ausgegeben hatte, konnte sie ebenso wenig erkennen wie eine gelebte Gleichberechtigung in der Hochschulleitung. „Zwei Drittel der Absolventen sind weiblich, aber unter den Professoren sind es hier gerade einmal 18 Prozent“, rechnete sie vor. „Und in den Fakultätsräten und im Senat lässt sich beobachten, dass sich das in nächster Zeit auch nicht ändern wird.“

Für diese Worte regte sich unter den Besuchern zum Teil Unmut, aber auch Unterstützung. Zumal ein Universitätsfest das ohne weiteres aushält. Die Freude auf das traditionelle Werfen der Baretts war auf jeden Fall nicht getrübt. Viermal flogen die kantigen Hüte in die Luft – und auch Rektor Hoch ließ es sich nicht nehmen, inmitten der jetzt ehemaligen Studenten diesen Höhepunkt zu zelebrieren.