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Kommentar zu Bettelverbot vor Bonner Münster: Stumpfes Schwert

Kommentar zu Bettelverbot vor Bonner Münster : Stumpfes Schwert

Gegen Bettler, die friedlich am Straßenrand sitzen, kann niemand etwas haben, prügelnde und aggressive sorgen für Unmut. Die Münsterpfarrei hat völlig zu Recht die Reißleine gezogen.

Wer oft in der Bonner Innenstadt unterwegs ist, trifft an vielen Stellen Bettler, die friedlich am Straßenrand sitzen und um Almosen bitten. Gegen diese Bettler kann niemand etwas haben. Es sind vielmehr Personen wie jene, die sich vor dem Bonner Münster geprügelt und damit die Besucher abgeschreckt haben, die mehr und mehr den Unmut der Bürger auf sich ziehen. Die Münsterpfarrei hat völlig zu Recht die Reißleine gezogen.

Aggressives Verhalten und Pöbeleien, wenn man zum Beispiel keinen Euro geben oder eine der Obdachlosenzeitungen kaufen will, muss auch der Barmherzigste unter uns nicht hinnehmen. Doch leider nimmt dieses Verhalten unter Bettlern zu – jedenfalls haben viele Bürger diesen Eindruck, wie man aktuell auch auf der Facebookseite des GA zum Bettelverbot am Münster nachlesen kann.

Der Stadt zufolge ist die Beschwerdelage indes eher unauffällig und hält sich auf dem Niveau der Vorjahre. Das mag sein – und damit zusammenhängen, dass sich kaum jemand offiziell beschwert, weil das Instrument des Ordnungsgeldes ein stumpfes Schwert ist. Nach dem Motto: Greifen Sie mal einem nackten Mann in die Tasche.

Und auch ein Platzverweis ist mangels ausreichender Ordnungshüter in der Regel ebenfalls wirkungslos, wie die immer wieder an anderen Stellen in der Stadt auftauchenden organisierten Bettlerbanden zeigen, die als angeblich Lahme oder Taubstumme den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen wollen.

Die beste Methode ist wirklich, man lässt die Geldbörse konsequent zu, wenn jemand aufdringlich und aggressiv um den besagten Euro bettelt.