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SWB-Sommerfestival: Bonner Rheinaue - The Bad Goats spielen den Auftakt

SWB-Sommerfestival : The Bad Goats machen in der Bonner Rheinaue den Auftakt

Das SWB-Sommerfestival startete mit Jazz and more im Biergarten der Bonner Rheinaue. 61 Konzerte aller Musikrichtungen warten auf Musikfreunde.

Wenn es einen gibt, den man als Stammgast bei Jazz im Biergarten bezeichnen kann, dann ist das Gregor Bins. „Ich komme seit bald 25 Jahren her.“ Nahezu täglich: Der Rentner verbringt seinen ganzen Sommer dort bei guter Jazz-, Swing- oder Dixieland-Musik, auch bei Regenwetter so wie am Sonntag. So besucht er nach eigener Aussage gut 50 Konzerte im Jahr.

Mit den vielen anderen Stammgästen fühlt er sich im Biergarten am Parkrestaurant wie eine große Familie. „Mit dabei zu sein: Das geht durch Mark und Bein. Die Stimmung ist durch nichts zu ersetzen.“ Da störte es ihn auch nicht, wenn die Sonntagskonzerte des Sommerfestivals der Bonner Stadtwerke inzwischen unter „Jazz and more“ firmieren und die Auftaktband The Bad Goats mit selbstgeschriebenem Rock’n’Roll daherkam. Der Geschmack ändere sich, sagte Programmchef Walter Schnabel. Traditioneller Jazz ziehe eher älteres Publikum an. „Man muss auch jüngere ansprechen“, um künftig attraktiv zu sein.

Beim Parkrestaurant musste man kurzfristig reagieren, als es hieß, das Sommerfestival sei doch möglich. Schnabel hatte nur zehn Tage Zeit, ein Programm zusammenzuzimmern. „Deshalb haben wir uns auf Leute gestürzt, die unser Prozedere schon kennen, also die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen“, sagte er. Nur drei Bands sind erstmals dabei, nämlich die Fantastische-Vier-Tribute-Band Vier gewinnt! (25. August), die 2020 wegen eines Unwetters nicht auftreten konnte, sowie die D. King’s Club Band (17. Juli) und die Takanaka Club Band (20. August).

Die Gage falle natürlich geringer aus, sagte Schnabel, „weil wir nicht die Frequenz der Vorjahre haben“. Statt wie sonst 1200 Personen oder mehr erlaubt man im Tagesschnitt 750 Besucher, „weil es ein Kommen und Gehen ist“, so Restaurantinhaber Dirk Dötsch. Man leistet sich Auflagen, die etwas schärfer sind als gefordert: Maskenpflicht bis zum Platz, zudem genesen, geimpft, getestet. Niemand darf tanzen.

Egal: „Die Leute sind froh, dass etwas stattfindet“, meinte Dötsch. Und die Bands, die einen Hut herumgehen lassen, freuen sich erst recht. „Das ist seit September letzten Jahres unser erster Auftritt“, sagte Leadsänger Homme von Schuessel von The Bad Goats. „Es ist ein befreiendes Gefühl, dass es endlich wieder losgeht.“ Da spiele es keine Rolle, „ob man vor zehn oder vor 100 Leuten spielt“. Es sei eine verkehrte Welt gewesen, meinte Gerry Cherry Obermann. „Normal kommen drei Auftritte auf eine Probe, jetzt hatten wir 100 Proben für einen Auftritt.“