Tierschutz Taubenschlag für die Innenstadt gesucht

BONN · Was geschieht mit den vielen Tauben, wenn die Südüberbauung abgerissen wird? Die Arbeitsgemeinschaft Stadttauben hält das künftige Maximilian-Center für einen geeigneten Standort.

 Trotz Gitter und Maschendraht: Tauben lassen sich nur schwer von ihren angestammten Nistplätzen verdrängen.

Trotz Gitter und Maschendraht: Tauben lassen sich nur schwer von ihren angestammten Nistplätzen verdrängen.

Foto: Ronald Friese

Auf einen Randaspekt im Zuge der anstehenden Abrissarbeiten der Südüberbauung macht die Bonner Arbeitsgemeinschaft Stadttauben aufmerksam. Im wenig schmucken Bestandsbau gegenüber dem Hauptbahnhof hausen nämlich eine Unmenge von Tauben. Wie viele es genau sind, kann Rosemarie Dolatshahi von der AG gar nicht sagen, „aber ich bin sicher, dass die Tiere nach dem Abriss wiederkommen werden“. Dolatshahi, die mit weiteren ehrenamtlichen Mitstreitern den von der Stadt errichteten und bezahlten Taubenschlag in den Bad Godesberger Kammerspielen betreut, hält es für sinnvoll, schon jetzt über ein Taubenhaus im geplanten Neubau nachzudenken.

In der Vergangenheit verliefen Versuche, ein solches Haus in der Innenstadt zu errichten, beispielsweise am Friedensplatz auf dem alten Sparkassengebäude, im Sande. „Die meisten Menschen wollen so etwas nicht in ihrem Haus“, sagt Dolatshahi. Das neue Kaufhaus Maximilian-Center wäre aus ihrer Sicht eine Chance, das Taubenproblem besser in den Griff zubekommen.

In Bad Godesberg zieht die Arbeitsgemeinschaft eine positive Bilanz. Die sehr standorttreuen Tauben gewöhnten sich an das neue Domizil. Die ehrenamtlichen Helfer sorgen am Kurpark dafür, dass die Eier durch Gipseier ersetzt werden um die Population zu reduzieren. „Das könnten wir personell auch in der Innenstadt leisten“, sagt Dolatshahi.

Die Stadtverwaltung hat letztmals in einer Sitzung der Bezirksvertretung Anfang des Jahres Stellung zu dem Thema Taubenhaus in der Innenstadt genommen. Bei einer Prüfung im Jahr 2008 habe man keine geeigneten Liegenschaften in öffentlicher Hand oder von Wirtschaftsunternehmen finden können. „Ein von außen zugänglicher Taubenschlag, wie er letztlich in Bad Godesberg realisiert wurde, bot sich bei den geprüften Objekten nicht an“, hieß es darin. Allerdings heißt es weiter: „Inwieweit im Rahmen der Umgestaltung des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) weitergehende Maßnahmen berücksichtigt werden können, bleibt abzuwarten.“ Der Veterinärdienst könne eine Betreuung aber keinesfalls übernehmen.

Die Linksfraktion hat nun eine Anfrage gestellt, mit der sich die Bezirksvertretung in ihrer nächsten Sitzung am 6. September beschäftigen soll. Fraktionschef Michael Faber hat zudem ein Schreiben an den Verein Citymarketing geschickt, in dem er die Einzelhändler nach ihrer Meinung fragt. Citymarketing-Geschäftsführerin Maike Reinhardt sagte dazu: „Wir sehen einen Bedarf. Man muss sich aber intensive Gedanken machen, wo ein solches Haus hinkommen kann.“ Adalbert von der Osten vom Einzelhandelsverband sieht das genauso: „Jeder Vorschlag ist willkommen, aber im Vordergrund sollte die Machbarkeit stehen.“

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