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Bonn olé: Tausende Schlagerfans feiern in der Rheinaue

Bonn olé : Tausende Schlagerfans feiern in der Rheinaue

Die Sonne knallte in bester Mallorca-Manier vom wolkenlosen Himmel auf das Publikum herab (der Veranstalter sprach von knapp 20.000 Fans, auch wenn es nach deutlich weniger aussah), und alles andere konnte man sich schließlich schöntrinken.

"Wir sind nur besoffene Deutsche, und das ist schön" - was für ein Offenbarungseid. Das Publikum der dritten Auflage von Bonn Olé in den Rheinauen sang diese Zeilen von Schlagerstar Tobee am vergangenen Samstag lauthals mit, peitschte sich damit selber in die gute Stimmung, die bei einer Open-Air-Party wie dieser einfach dazugehört.

Egal was da alles von außen auf einen eindrischt. Immerhin, das Wetter war perfekt: Die Sonne knallte in bester Mallorca-Manier vom wolkenlosen Himmel auf das Publikum herab (der Veranstalter sprach von knapp 20.000 Fans, auch wenn es nach deutlich weniger aussah), und alles andere konnte man sich schließlich schöntrinken. Den unterirdischen Sound zum Beispiel, bei dem die Techniker so ziemlich alles falsch machten, was man nur falsch machen konnte. Oder auch die diversen anderen organisatorischen Probleme, die Bonn Olé in diesem Jahr mächtig in die Bredouille brachte.

Der Wendler und Matthias Reim mussten absagen

Schon vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung auf der Großen Blumenwiese gab es Rückschläge. Michael Wendler musste aufgrund einer Verletzung bei den Dreharbeiten zum "Dschungelcamp" absagen, ebenso wie Matthias Reim, der nach einer Leisten-OP noch nicht wieder auf dem Damm ist und somit zum zweiten Mal in Folge Bonn Olé fernblieb.

[kein Linktext vorhanden]Dafür waren andere Stimmungssänger da: etwa Peter Wackel, Olaf Henning und DSDS-Gewächs Norman Langen, durch den Matthias Reim zumindest im Geiste vertreten war (dieser hatte das aktuelle Album des 30-Jährigen produziert). Zumeist nach dem Prinzip: ein Livesänger und Musik aus der Konserve - und dazu Bässe bis zum Mond, die zumindest in den vorderen Reihen schier unerträglich waren und dazu führten, dass man von den Texten praktisch nichts verstand.

Dennoch wollte sich kein Besucher gegenüber der Presse negativ äußern. War doch alles super. Es geht ums Prinzip, und das heißt Party. Oder, um es mit Peter Wackel zu sagen: "Scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr."

Problematisch wurde die Situation allerdings, als tatsächlich mal mit einer Live-Band gearbeitet werden sollte. Der Auftritt des Ex-Modern-Talking-Sängers Thomas Anders geriet auf diese Weise zum Desaster, zumal die ausschließlich alten Hits wie "Cheri Cheri Lady" nicht bei allen gleich gut ankamen. Und es wurde nur noch schlimmer: Bei Mambo-König Lou Bega dauerte es eine knappe halbe Stunde samt dreier Anläufe, bevor zumindest das Playback ordnungsgemäß funktionierte, während das Publikum ohne Information und Beschallung nicht so recht wusste, wie man jetzt weiterfeiern sollte.

Organisator entschuldigte sich für die technischen Probleme

Wäre Tobee nicht gewesen, der aus dem Bühnengraben heraus spontan die Menge unterhielt, wäre der Protest wahrscheinlich deutlich heftiger ausgefallen. Dennoch leerte sich der Platz merklich, zumal die Uhr tickte. Um 21 Uhr, zweieinhalb Stunden vor dem offiziellen Ende, hatten drei Künstler noch nicht gespielt, für die eigentlich je eine Stunde eingeplant war. Doch der Veranstalter kommunizierte nicht mit der Menge und schickte statt Heino einfach Jürgen Drews auf die Bühne, der sich zunächst kurzhalten wollte und dann doch eine Zugabe nach der anderen spielte.

Offenbar stand aufgrund der technischen Mängel sogar eine Absage Heinos im Raum. Der trat dann doch auf, auch wenn der Gesang von der Band in Grund und Boden gerammt wurde, und kämpfte sich durch sein zusammengestrichenes Rockprogramm. So blieb Mickie Krause zum Abschluss fast keine Zeit mehr, um die Menge zum letzten Mal in Ekstase zu versetzen. Immerhin: Das Ordnungsamt hatte ihm zehn zusätzliche Minuten gewährt. Organisator Markus Krampe entschuldigte sich schließlich für die technischen Probleme und versprach jedem Besucher ein Freibier. Wie fanden Sie die Party?