Großprojekt in Bonn Bauträger prüft Widersprüche zum Tausendfüßler bis Jahresende

Bonn · Die Autobahn GmbH geht weiterhin von einem Baubeginn des Tausendfüßlers ab Ende 2023 aus. Ein Vorschlag der Stadt Bonn sieht vier statt der geplanten sechs Spuren vor.

 Der Tausendfüßler ist für etwa 70.000 Fahrzeuge pro Tag ausgelegt. Heute nutzen etwa 90.000 Fahrzeuge jeden Tag diese Strecke. Der Neubau wäre, so die Autobahn GmbH, für mehr als 115.000 Autos und Lastwagen ausgelegt.

Der Tausendfüßler ist für etwa 70.000 Fahrzeuge pro Tag ausgelegt. Heute nutzen etwa 90.000 Fahrzeuge jeden Tag diese Strecke. Der Neubau wäre, so die Autobahn GmbH, für mehr als 115.000 Autos und Lastwagen ausgelegt.

Foto: Straßen NRW

Die Autobahn GmbH erarbeitet derzeit ihre Antworten auf die rund 381 erfolgten Eingaben mit Anmerkungen zum geplanten sechsspurigen Ausbau des Tausendfüßlers zwischen dem Kreuz Bonn-Nord und Endenich. Wie Bernd Aulmann von der Autobahn GmbH gegenüber dem GA sagte, gehe er davon aus, dass die Stellungnahmen bis Ende dieses Jahres fertig und im Anschluss an die Kölner Bezirksregierung zur Prüfung gesandt würden.

Autobahn GmbH soll sechsspurig ausbauen

In einem Ende der Woche erschienenen GA-Bericht zu Verkehrspositionen der örtlichen Industrie- und Handelskammer (IHK) hatte es geheißen, der Tausendfüßler solle nun vierspurig ausgebaut werden und zusätzlich einen Radweg je Fahrtrichtung erhalten. Das ist so nicht korrekt: Die Autobahn GmbH hat weiterhin den Auftrag, das neue Brückenbauwerk sechsspurig zu errichten – mit einem zusätzlichen Standstreifen pro Richtung. So ist es laut Bundesverkehrswegeplan vorgesehen. Wohl aber hat die Stadt im laufenden Planfeststellungsverfahren gefordert, die Brücke als Stadtautobahn (Höchstgeschwindigkeit) mit vier Spuren zu bauen, hinzu solle ein Radweg kommen. Die Seitenstreifen könnten temporär bei viel Verkehr oder möglicherweise als Busspur zum Einsatz kommen.

Die Stadt hat also nach einem Ratsbeschluss Ende 2020 eine entsprechende Eingabe mit Vorschlägen unterbreitet, so wie es auch eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern getan haben. Die Autobahn GmbH bleibt aber Herr des Verfahrens und muss ihre Pläne nicht zwingend ändern. Sie hat sich in ihren Stellungnahmen allerdings zu allen eingegangenen Anmerkungen zu positionieren. Die vorgebrachten Argumente gegen den sechsspurigen Ausbau sind entweder zu beherzigen oder begründet abzulehnen.

Betriebsgenehmigung läuft 2022 aus

Oberbürgermeisterin Katja Dörner hatte vor ihrer Wahl angekündigt, sich dafür einsetzen zu wollen, dass der neue Tausendfüßler nicht mehr als vier Spuren erhält, denn eine Verbeiterung auf etwa die doppelten Maße sei in Zeiten des Klimawandels nicht mehr zeitgemäß. Die vier Spuren plus temporär nutzbarer Standspuren waren ein von der Politik ausgehandelter Kompromiss.

Im kommenden Jahr läuft die Betriebsgenehmigung des Tausendfüßlers offiziell aus, was nicht zwingend Einschränkungen nach sich ziehen muss. Das Bauwerk wird sodann statisch untersucht. Möglicherweise müssten weitere Stützen das Bauwerk tragen. Auch Fahrverbote für Lkw schließt der Bauträger nicht aus. Nach Verzögerungen auch aufgrund der vielen Eingaben rechnet die Autobahn GmbH derzeit mit einem Baubeginn ab Ende 2023. Rund sechs Jahre würden für den Neubau benötigt. Der Verkehr soll in dieser Zeit weiterfließen, wenn auch auf verengten Fahrspuren und mit Einschränkungen bei den Zu- und Abfahrten.

Gegen die bisherige Planung spricht sich unter anderem eine von Raimund Gerber gegründete Initiative aus. Sie fordert, den Tausendfüßler nicht breiter neu zu bauen als die bisherige Brücke.

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