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PETA-Aktion: Tierschützer „grillen“ Hund auf Bonner Münsterplatz

PETA-Aktion : Tierschützer „grillen“ Hund auf Bonner Münsterplatz

Mit einer Aktion haben Aktivisten der Tierschutzorganistion PETA am Samstagnachmittag auf dem Münsterplatz in Bonn für Aufsehen gesorgt. Dabei wurde vermeintlich ein Hund gegrillt.

Eine Hunde-Attrappe sorgte am Samstagnachmittag auf dem Münsterplatz für Aufsehen. PETA-Aktivisten hatten den Vierbeiner auf eine Grillplatte gelegt und bestrichen das aus der Ferne täuschend echt aussehende Tier mit Öl und Gewürzen. Die Botschaft dahinter nahm wohl jeder Passant anders auf, aber wirklich wegschauen konnte auch niemand.

Die Spaziergänger, die an dem PETA-Stand vorbeikamen, schauten irritiert auf die Szenerie. Manche erschraken und hielten sich die Augen zu, andere gingen wortlos am Stand weiter, ließen den dort grillenden Hund aber nicht aus den Augen.

Auch Maja (14) und Emilie (14) waren gerade in der Stadt shoppen. Als sie den PETA-Stand sahen, kamen sie näher und informierten sich. „Ich finde es ist sehr wichtig darüber zu reden, was mit Tieren in Stallhaltung passiert“, meinte Maja. Die Schülerin ist Vegetarierin und will bei Tieren keine Unterschiede machen. „Das man einen Hund nicht töten soll, aber ein Schwein schon, finde ich krass“, sagte sie. „Ich würde mir wünschen, dass alle Tiere wie Lebewesen behandelt werden und ihnen auch das Recht auf ein gutes Leben zugestanden wird“, sagte Maja.

Ein anderer Spaziergänger fand die Hunde-Puppe „humorlos und eklig.“ Und doch habe die Botschaft dahinter ihre Berichtigung, denn man wisse ja nie, was so alles im Fleisch drin sei, so der Mann. „Manchmal ist ja auch Pferdefleisch drin, obwohl es nicht auf der Verpackung steht“, erzählte er.

Stefanie Rühr, Leiterin des PETA Zwei-Streetteams in Köln/ Bonn klärte die Aktion auf: „Es macht keinen Unterschied, ob das Fleisch auf unseren Tellern von einem Huhn, Rind oder Hund stammt – denn alle Tiere leiden gleich“, so Rühr. „Mit unserer Aktion appellieren wir an das Mitgefühl der Menschen und möchten sie dazu animieren, anstelle der zerstückelten Teile einer Tierleiche lieber Gemüse oder Fleischalternativen auf den Grill zu legen.“

Mitgefühl für die Tiere zeigten auch Salma und Zakaria Bakkali, die mit dem Kinderwagen in der Innenstadt unterwegs sind. Und doch seien bestimmte Verhaltensmuster fest in den Köpfen verankert, meinte das Pärchen. „Es ist leider so, dass wir Fleisch essen. Ganz dem Motto: Hund nee - Schaf, Schwein Kuh und Hähnchen sind okey“, sagte Salma Bakkali. „So einen Hund sieht man beim Metzger ja nicht“, ergänzte ihr Mann, der die Attrappe auf dem ersten Blick für echt gehalten hatte. „Es sieht einfach komisch und schrecklich aus“, befand er.

Die Botschaft habe das Paar aber verstanden, sagten sie. „Wenn man Tiere gerechter behandeln würde, die Massentierhaltung abschaffen und auch die Schlachtung anders machen würde, das wäre gut“, sagte Salma Bakkali. „Mir würde das auch voll leidtun, wenn eine Katze da liegen würde“, sagte sie. Und doch: „Das Essen von Tieren ist tief verankert im Kopf, das ist nur schwer wegzubekommen“, betonte Zakaria Bakkali.

PETA mache mit der Aktion darauf aufmerksam, dass willkürlich zwischen sogenannten Haustieren und den zur Ausbeutung freigegebenen Nutztieren unterschieden wird, so Rühr. „Diese Denkweise ist bezeichnend für die Logik des Speziesismus, der Geschöpfe aufgrund ihrer Artzugehörigkeit diskriminiert“, erklärte die Tierschützerin.

„Wir möchten die Menschen daran erinnern, dass Gewalt falsch ist – unabhängig davon, wer die Opfer sind. Ein Schwein oder ein Rind empfindet genau wie ein Hund Schmerzen, Angst und Freude und möchte leben. Es gibt zahlreiche vegane Alternativen, sodass kein Individuum für einen kurzen Gaumenkitzel leiden muss“, sagte Rühr.