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Bonner Kulturschiff: "Township steht für kulturelle Vielfalt"

Bonner Kulturschiff : "Township steht für kulturelle Vielfalt"

Da hat Darius Darek wohl wieder das richtige Näschen gehabt. Sein Kulturschiff, die zum Township umgetaufte MS Beethoven, wird gut angenommen. Ende des Monats ist erst mal Schluss. Dann nimmt das Schiff am Alten Zoll wieder die Ausflügler an Bord.

"Das hat weniger mit einem “richtigen Näschen„ zu tun als vielmehr damit, dass es in Bonn einfach zu wenig Räume für Veranstaltungen und Partys gibt, vor allem solche, wo man Nachwuchs-DJs fördern kann", sagt der 36-Jährige. Das Programm auf dem Township hat das Team um Darek bewusst ganz breit aufgestellt. Sonntags brunchen im Oberdeck Familien und junge Leute bei Jazzmusik und genießen das tolle Rheinpanorama, während unten etwa wie am vergangenen Sonntag über den Wandel der Feuilletons diskutiert wird. Für kommenden Sonntag laden Torsten Schreiber und die Johannes-Wasmuth-Gesellschaft ab 11 Uhr zur Diskussion "Ist Bonn eine internationale Kulturstadt?".

Es diskutieren unter anderem Agnieska Lulinska, Kuratorin bei der Bundeskunsthalle, und Else Rieser vom Minsk Club. Darius Darek, Diplom-Kultur- und Wirtschaftsgeograf, ist selbst passionierter Musiker in der Electronic-Szene und hat für sein Engagement für globale Club-Musik sogar eine Anerkennung durch die Unesco bekommen, die die kulturelle Vielfalt fördert. Er veranstaltet World Beat- und Africa Beat-Partys oder Seminare mit der Bundeszentrale für politische Bildung über "Clubmusik und Politik". Viele werden ihn von den Silent Partys am Alten Zoll oder den diversen Club-Musik-Veranstaltungen in der Bar Ludwig oder der Brotfabrik kennen.

"Das Township steht für Internationalität", erklärt er die Philosophie. "Diese Stadt bietet sich als eine Art Versuchslabor für eine von vielfältiger Kultur geprägte internationale Interaktion an", sagt er. Bonn sei voller "global People", und dazu zählt er nicht nur die UN-Leute, die gerne im Township ins Kino der Kinemathek gehen, die Filme grundsätzlich in Originalfassung zeigen. Dazu zählt er die vielen Mitarbeiter der Nichtregierungsorganisationen (NGOs) ebenso wie die der Telekom, DHL und vieler anderer Unternehmen, die global unterwegs sind.

"Diese Leute suchen nach ungewöhnlichen Orten, nach ausgefallenen Veranstaltungen", ist er überzeugt. Der Erfolg scheint ihm recht zu geben. "Die Stadt muss aber einen offeneren Geist pflegen, bereit sein, subkulturelle Initiativen zu unterstützen", sagt er. Dass Veranstalter wie die Bundeszentrale, die Wasmuth-Gesellschaft, die Deutsche Welle, Tour de Funk, Spannung_Loesung, Cosmic Radio oder MonkeyBizness gar nicht so unterschiedliche Ziele haben, das hat er jedenfalls mit dem Township bewiesen.