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Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit: Trauer um Mani Stenner

Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit : Trauer um Mani Stenner

Er war das Gewissen der Stadt, nun hat Bonn ihren engagiertesten Bürger und Kämpfer für Frieden und eine gerechtere Welt verloren: Völlig unerwartet starb Mani Stenner, der langjährige Geschäftsführer des Netzwerks Friedenskooperative, am Donnerstag an einem Herzinfarkt.

Als seine Frau Luise ihn zu Hause fand, hatte Mani Stenners Herz bereits aufgehört zu schlagen. Das teilte am Sonntag sein Mitstreiter und Weggefährte Kristian Golla mit.

Mani Stenner, der gebürtige Sauerländer, kam zum Zivildienst und zum Studium der Germanistik, Pädagogik und Soziologie nach Bonn - und blieb. Und engagierte sich seit den frühen 1980er Jahren in der Friedensbewegung. Was als ehrenamtliches Engagement begann, wurde für ihn schließlich zur Lebensaufgabe. Er wurde einer ihrer führenden organisatorischen und politischen Köpfe, und in der bundesweiten Friedensbewegung kam niemand an Mani Stenner vorbei.

Sein Aufgabenbereich umfasste die Verantwortung für bundesweite Großdemos bis hin zur deutschlandweiten Vernetzung lokaler Initiativen und der Zusammenarbeit mit anderen sozialen Bewegungen. Bundesweit einmalig initiierte er noch zu Hauptstadtzeiten mit dem "Bonner Forum für BürgerInnen und Polizei" einen Dialog, dessen Ziel die Deeskalation bei Demonstrationen war. Er engagierte sich bis zuletzt gegen Rüstungsexporte und für die Occupybewegung.

Für ihn gab es keinen Grund, im Kampf für eine bessere Welt nachzulassen. Oder gegen rechtsextreme Strömungen zu kämpfen, so wie jahrelang als Sprecher des Anti-Nazi-Bündnisses "Bonn stellt sich quer", das viele Bürger im Kampf gegen Rechts mobilisierte.

"Die deutsche Friedensbewegung hat ihm unendlich viel zu verdanken", erklärte sein Kollege im Netzwerk Friedenskooperative, Kristian Golla. "Es wird lange dauern, bis wir begreifen, wie viele und wie große Lücken der Freund, Mensch und Arbeitskollege Mani Stenner hinterlässt." Für Golla steht aber auch fest: "Seine bedingungslose Selbstverpflichtung zur konsequenten Arbeit für eine friedlichere und gerechtere Welt bleibt nicht nur sein Vermächtnis, sondern auch unser Ansporn."