Kommentar zu barrierefreie Haltestellen Traurige Bilanz

Meinung | Bonn · Menschen, die auf barrierefreie Haltestellen angewiesen sind, haben in Bonn schlechte Karten. Die Verwaltung hat viele Erklärungen, die aber in den Ohren der Betroffenen eher wie Ausreden klingen müssen, meint unsere Autorin.

 Nur 41 Prozent der 500 Bonner Haltestellen mit 1000 Haltepositionen sind barrierefrei ausgebaut.

Nur 41 Prozent der 500 Bonner Haltestellen mit 1000 Haltepositionen sind barrierefrei ausgebaut.

Foto: Sylvia Binner

Wer gehandicapt oder mit kleinen Kindern unterwegs ist, kann ein Lied davon singen, wie schwierig und nervenaufreibend es oftmals ist, mit Bus und Bahn in Bonn unterwegs sein zu müssen. Natürlich gibt es immer wieder hilfsbereite Hände, die diesem Personenkreis beim  Aus- oder Einstieg in Bus und Bahn helfen. Aber das ist halt nicht immer der Fall. Und eigentlich müsste es im Jahre 2021 in Bonn längst selbstverständlich sein, dass Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer, Sehbehinderte oder Blinde sowie auch alle mit Kinderwagen ohne fremde Hilfe den ÖPNV nutzen können. Eine traurige Bilanz,  dass die Bundesstadt Bonn der Gesetzesvorgabe  des Bundes, alle Bahnsteige und Bushaltestellen bis 2022 barrierefrei zu gestalten, derart hinterherhinkt: Noch nicht einmal zur Hälfte ist diese Vorgabe in Bonn bisher erfüllt worden. Dafür hält die Verwaltung viele Erklärungen bereit, die in den Ohren der Betroffenen allesamt eher wie Ausreden klingen müssen.