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Urteil des Bonner Landgerichts: Trickdieb nach Überfall in Bonner Werkzeugfirma hinter Gitter

Urteil des Bonner Landgerichts : Trickdieb nach Überfall in Bonner Werkzeugfirma hinter Gitter

Das Bonner Landgericht hat einen geständigen 33-Jährigen zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Sein Komplize ist noch flüchtig.

Der Mann auf der Anklagebank wollte mit seinem Komplizen angeblich nur einen Trickdiebstahl durchziehen. Stattdessen begingen die beiden einen gewalttätigen Überfall, bei dem der Komplize den Mitarbeiter einer Bonner Werkzeugfirma bis zur Bewusstlosigkeit würgte. Beute machten sie nicht, der Komplize ist flüchtig, aber der 33-Jährige muss nun hinter Gitter.

Die 1. Große Strafkammer des Bonner Landgerichts verurteilt den 33-Jährigen wegen versuchter räuberischer Erpressung zu zwei Jahren und acht Monaten Haft, und dass er damit vergleichsweise milde davonkommt, verdankt der Angeklagte nicht nur seinem Geständnis. Er benannte überdies seinen Mittäter und erkannte auch den Schmerzensgeldanspruch des Opfers in Höhe von 500 Euro an.

Seinem Geständnis zufolge wollten er und sein Komplize sich eigentlich nur mit einem völlig gewaltfreien Trickdiebstahl am 17. Dezember vergangenen Jahres Geld beschaffen. Zu diesem Zweck fuhren sie mit einem gestohlenen Wagen zu der Firma, der Komplize wartete bei laufendem Motor im Auto, und der Angeklagte ging in den Verkaufsraum. Dort wollte er den Verkäufer ablenken, damit der Mittäter unbemerkt die Kasse plündern konnte.

Mit Hammer bedroht

Er gab vor, zur Toilette zu müssen, und der Verkäufer begleitete ihn in die erste Etage. Doch dort blickte er aus dem Fenster, sah den Mittäter aus dem Auto steigen, eilte nach unten und sah ihn neben der Kasse stehen. Der Mann stürzte sich auf den Verkäufer, würgte ihn bis zur Bewusstlosigkeit und schleppte ihn in einen Lagerraum.

Als der Verkäufer dort wieder zu sich kam, stand der Angeklagte mit einem Hammer drohend vor ihm und verlangte den Kassenschlüssel. Der Verkäufer rief laut um Hilfe, und als ein Kollege herbeieilte, flüchteten die Täter ohne Beute. Wenige Tage später erhielt die Polizei einen anonymen Hinweis auf den 33-Jährigen samt Adresse. Vor dessen Tür entdeckten die Beamten einen Lieferwagen der überfallenen Firma und stellten fest: Die Freundin des 33-Jährigen arbeitet dort. Auch sie hatte ihren Freund in Verdacht, in den Überfall verwickelt zu sein und bereits ihre Chefs informiert. Der Angeklagte kam in Haft, gab die Tat zu und nannte den Mittäter, der bereits einschlägig vorbestraft ist.

Auch der Angeklagte hat schon sieben Jahre in Haft gesessen, allerdings in Spanien. Für welche Tat konnte das Gericht genauso wenig ermitteln wie Lebenslauf und Nationalität des Mannes. Da er seinem letzten Ausweis zufolge aus Marokko stammt, soll er dorthin abgeschoben werden.