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Interview mit Ira Storck und Andreas Eichholz: Ü-60-Party statt Kaffeekränzchen

Interview mit Ira Storck und Andreas Eichholz : Ü-60-Party statt Kaffeekränzchen

Wo kann man hingehen, wenn man älter als 60 ist, aber trotzdem tanzen und in seiner Altersgruppe Spaß haben will? Das war der Ansatz, eine eigene Veranstaltung für diese Klientel anzubieten, erklären Andreas Eichholz, Chef des Hotels President in Poppelsdorf, und Eventmanagerin Ira Storck.

Und so wird am Samstag, 9. Mai, ab 19 Uhr die erste "Rock' n' Old"-Party für Menschen ab 60 Jahren im Clemens-August-Saal in Poppelsdorf stattfinden. Mit den beiden Veranstaltern sprach Rolf Kleinfeld.

Ü-30- und Ü-40-Partys kennt man ja längst, aber jetzt auch Ü-60? Geht's noch?

Ira Storck: Das hoffen wir. Unser Ziel ist, dass Singles und Paare, die gerne zu ihren alten Klassikern tanzen, bei uns abrocken können.

Wie muss man sich das genau vorstellen?

Storck: In anderen Städten ist dieses Konzept sehr erfolgreich, weil diese Altersgruppe zu wenig bedacht wird. Wir wollen eine Partyatmosphäre schaffen, in der vom Rock' n' Roll bis zum Engtanz alles drin ist. Und natürlich auch eine Bar, an der man sich nett unterhalten kann.

Mal im Ernst: Werden die Ausweise der Gäste kontrolliert?

Andreas Eichholz: Wir sehen das relativ streng, weil unsere Zielgruppe ganz klar definiert ist. Aber natürlich wird auch jemand unter 60 Jahren reingelassen, in der Begleitung eines über 60-Jährigen zum Beispiel.

Nun werden viele Leute womöglich Witze über solch eine Party machen. Was sagen Sie denen?

Eichholz: (lacht) Die können nur die Leute machen, die bei einer solchen Party noch nicht reinkommen.

Die Veranstaltung beginnt schon um 19 Uhr. Das ist vergleichsweise früh, oder?

Storck: Das stimmt, aber die Gäste sollen sich erst mal warm tanzen oder können etwas essen. Aber die Party hat ein offenes Ende.

Welche Musik wird an dem Abend gespielt?

Storck: Im Grunde alles, was tanzbar ist. Und es werden auch Musikwünsche erfüllt.

Eichholz: Unser DJ Stefan Heckl spielt natürlich die Top-Hits der 60er und 70er Jahre, aber bei der Party dürfen auch die Klassiker von heute nicht fehlen.

Der Flyer erinnert mit seinem Motiv an die Hippie-Zeit der 60er Jahre. Soll das Erinnerungen an früher wecken?

Storck: Na klar. Man sieht ja, wie fit diese Generation noch ist. Nina Hagen ist jetzt gerade 60 geworden, das sagt doch alles.

Wie muss man sich die Musikbeschallung vorstellen, eher lauter oder eher leiser?

Eichholz: Uns ist die Musikauswahl wichtiger als die Lautstärke. Und wir haben natürlich auch Rückzugsmöglichkeiten im Foyer und auf der Terrasse, wenn die Gäste eine Auszeit von der Musik haben wollen.

Sie rechnen wahrscheinlich mit zahlungskräftigem Publikum. Was kostet der Abend für die Besucher?

Eichholz: Die Preise sind moderat. Die Karten kosten 8,50 Euro im Vorverkauf und sind im Hotel President erhältlich. An der Abendkasse sind es zehn Euro. Und es ist ein Getränk inklusive. Ansonsten nehmen wir normale Restaurantpreise, aber nichts Überzogenes.

Ganz ehrlich: Ist das nicht nur ein Marketinggag?

Storck: Überhaupt nicht. Als wir beide uns kennenlernten, haben wir überlegt, mal etwas zusammen zu organisieren. Und kamen auf die Idee, die Ü-60-Party endlich auch nach Bonn zu holen, nachdem sie in anderen Städten bereits ein enormer Erfolg geworden ist. Wir werden sehen, wie die Zielgruppe das dann annimmt.

Ohne jetzt ironisch zu werden: Gibt es viele Sitzgelegenheiten, schließlich sind die Gäste ja wirklich nicht mehr die Jüngsten?

Eichholz: Wir sind da sehr flexibel. Je nach Bedarf werden es mehr oder weniger Sitzplätze.

Zur Person

Andreas Eichholz (40) ist seit zehn Jahren Betreiber des Hotels President an der Clemens-August-Straße in Poppelsdorf. Der gelernte Hotelbetriebswirt ist seitdem auch Pächter des städtischen Clemens-August-Saales.

Ira Storck (43) ist Inhaberin einer Veranstaltungsagentur. Die gelernte Kommunikationswirtin wohnt ebenfalls in Poppelsdorf.