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Biontech-Impfdosen: Über 80-Jährige aus dem Rhein-Sieg-Kreis dürfen sich in Bonn impfen lassen

Biontech-Impfdosen : Über 80-Jährige aus dem Rhein-Sieg-Kreis dürfen sich in Bonn impfen lassen

Ab sofort können Bürger, die älter als 80 Jahre sind und im Rhein-Sieg-Kreis leben, auch Termine im Bonner Impfzentrum vereinbaren. Zudem gehen die Impfungen mit Astrazeneca für Sondergruppen weiter.

Ab sofort starten in Bonn wieder die Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca. Das teilte Feuerwehrchef Jochen Stein in einer Pressekonferenz am Freitag mit. In der kommenden Woche werden überschüssige Impfdosen von Biontech an Menschen mit Pflegegrad 4 und 5 verabreicht, die zu Hause versorgt werden. Ab übernächster Woche können Bürger, die älter als 80 Jahre sind und im Rhein-Sieg-Kreis leben, auch Termine im Bonner Impfzentrum vereinbaren.

Über das Buchungsportal der Stadt sind bis Ende März 5.600 Astrazeneca-Termine für Sondergruppen wieder freigegeben worden. Demnach kann es 600 Impfungen pro Tag geben, am Freitag waren es allerdings nur 400. 200 Dosen wurden an Polizisten verabreicht. Am Wochenende sind schon nahezu alle Termine belegt. Das Portal ist nur für die 32 unterschiedlichen impfberechtigten Personengruppen der ersten und zweiten Prioritätengruppen gedacht, die von der Stadt über die Impfungen informiert werden. Dazu zählen beispielsweise das Personal in Schulen und Arztpraxen, Hebammen oder Polizisten und Ordnungskräfte.

Mobile Impfteams kommen nach Hause

Die Impfungen der Menschen mit Pflegegrad 4 und 5, die zu Hause betreut werden, sollen unterdessen weitergehen. Mobile Impfteams besuchen die Personen und verabreichen ihnen das Vakzin von Biontech. 95 wurden bereits versorgt, weitere etwa 70 folgen nun pro Tag. „Wir gehen davon aus, dass wir die Impfungen in der nächsten Woche abschließen können“, so Stein. Wer einen Termin vereinbaren möchte, kann sich über die E-Mailadresse pflege.impfen@bonn.de anmelden.

Einen Fortschritt, auf den die Krisenstäbe in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis seit einer Woche gewartet hatten, gibt es bei der Übertragung von Impfkontingenten: Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein können Bürger, die älter als 80 Jahre sind und im Rhein-Sieg-Kreis leben, ab sofort für die Zeit nach dem 29. März Termine im Bonner Impfzentrum vereinbaren. Im Kreis sind die Biontech-Dosen wegen einer älteren Bevölkerungsstruktur knapper als in Bonn, so unterscheidet sie sich um etwa 0,6 Prozent, was 3.000 Einwohnern entspricht.

Pro Woche gab es in Bonn mehrere Hundert unbelegte Termine. Dem Aufruf der Stadt aus der vergangenen Woche an die rund 3500 über 80-jährigen Bonner, die bisher noch nicht geimpft waren oder einen Termin vereinbart hatten, sich zur Immunisierung anzumelden, sind rund 500 Personen gefolgt.

Dreifache Impfstoffmenge ab April

Bei vielen GA-Lesern hatten die überschüssigen Biontech-Impfdosen für Unverständnis gesorgt. „Warum soll ein Risikopatient wie ich, was mir die Amtsärztin durchaus einräumt, auf eine das Leben schützende Impfung warten, bloß weil ein Kompetenzgerangel der Entscheidungsebenen oder einfach nur ein gewaltiges Durcheinander herrschen?“, schrieb eine Leserin, die an Vorerkrankungen leidet.

Jochen Stein geht davon aus, dass mit der neuen Zuweisung von Impfstoffen Anfang April die Kapazitäten um das Dreifache steigen werden. Dann würden voraussichtlich auch die Menschen der nächsten Priorisierungsgruppe, diejenigen mit chronischen Krankheiten und Vorerkrankungen, ein Impfangebot erhalten. Sie sollen laut Hausärzteverband Nordrhein von ihren Hausärzten informiert werden und bekommen eine Bescheinigung oder ein Attest, dass sie sich impfen lassen können. Mit dieser Bescheinigung können sie dann einen Impftermin bei einem Impfzentrum ausmachen. Geplant ist aber auch, dass gerade die Menschen mit schweren Krankheiten sich bald direkt beim Hausarzt gegen SARS-CoV-2 impfen lassen können. In den Hausarztpraxen soll dabei Astrazeneca verteilt werden, im Impfzentrum hauptsächlich Biontech. Die Gruppe der über 70-Jährigen soll laut des NRW-Gesundheitsministeriums spätestens ab Mai geimpft werden können.