Kreuzung Umstrittene Ampel ist außer Betrieb

BONN · Auch wenn es angekündigt war: Die Abschaltung der Ampel an der Kreuzung Brühler-, Justus-von-Liebig- und Soenneckenstraße hat manchen überrascht. So kam es am späten Nachmittag während des Berufsverkehrs zu manchem Missverständnis. Seit morgens um 10 Uhr war die Anlage abgeschaltet, die Leuchten zugehängt.

Ein Radfahrer drückte mehrfach, um Grün zu erhalten. Um dann erst etwas später festzustellen, dass das völlig umsonst war. Eine ältere Dame wollte von der Soenneckenstraße nach links abbiegen und war mit der Situation so überfordert, dass sie zweimal fast dem Hauptverkehrsstrom die Vorfahrt nahm. Ansonsten merkten die meisten aber schnell, wer auf wen zu achten hat. Was dafür völlig fehlte, waren die langen Staus, die sich bei eingeschalteter Ampel regelmäßig auf der Brühler Straße bildeten - manchmal bis hin zur Bornheimer Straße.

"Es läuft wunderbar an der Kreuzung", sagte der CDU-Stadtverordnete Holger Henges, von dem der Antrag zur Abschaltung der Ampel stammte. Das bestätigte auch Parteifreund Wolfgang Maiwaldt aus der Bezirksvertretung Bonn, die letztlich entschieden hatte." Die Autos von der Soenneckenstraße warten und schauen", sagte Maiwaldt. Man achte auf die Vorfahrt der Radfahrer. Fußgänger gebe es an der Stelle relativ wenige. Er denkt, es werde eine Zeit dauern, bis sich auf der Kreuzung alles eingespielt habe. Er weiß aber auch: "Klagen wird es immer geben." Wie berichtet, prüft die Stadt einen weiteren Antrag von Henges, in Höhe der Moschee und der Haltestelle der Stadtbahn einen Zebrastreifen zu errichten. Weitere Maßnahmen auf der Kreuzung seien nicht nötig.

"Wir beobachten jetzt die Situation", sagte Marc Hoffmann vom Presseamt der Stadt. Die Ampel könne dann zu einem späteren Zeitpunkt abgebaut werden. Dass das alles aber eigentlich nicht in ihrem Sinne ist, daraus macht die Verwaltung keinen Hehl. Sie würde die Ampel an der Stelle lieber behalten.

Sie möge für die Verkehrsteilnehmer auf der Brühler- und der Justus-von-Liebig-Straße durchaus entbehrlich erscheinen, sagt Hoffmann. "Aus Sicht der Verkehrsteilnehmer aus der Soenneckenstraße und des Abbiegers von der Justus-von-Liebig-Straße in die Soenneckenstraße stellt sich dies ganz anders dar." Die Ampel ermögliche diesen die sichere Befahrung des Knotens. "Außerdem können Fußgänger und Radfahrer erst mit dieser Ampel die stark und oft auch zu schnell befahrene Hauptrichtung queren." Im Übrigen dienten Ampeln "grundsätzlich nicht vorrangig der Leistungsfähigkeit des Verkehrs, sondern vorrangig dem sicheren Verkehrsabfluss", sagt Hoffmann.

Wie berichtet, kam es an der Kreuzung oft deshalb zu Staus, weil drei Hauptfahrtrichtungen und ein Linksabbieger jeweils gesondert Grün bekamen. Besonders vor und nach dem Freitagsgebet in der Moschee kam es regelmäßig zu langen Staus und entsprechenden Wartezeiten.

Rechtslage

Der politische Beschluss, eine Ampel abzubauen, verstößt nach Angaben der Stadt nicht gegen geltendes Recht. Entsprechend sei er an der Brühler Straße ausgeführt worden. Letztlich sei er aber nur eine Anregung, der die Verwaltung hier nachgekommen sei. Denn: "Oberstes Gebot ist Sicherheit und Flüssigkeit des Verkehrs", so Marc Hoffmann vom Presseamt." Wir halten alle Ampeln in Bonn grundsätzlich für unverzichtbar und sinnvoll."

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