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Kritik an Braunkohlepolitik: Umweltschützer beschmieren Grünen-Kreisgeschäftsstelle in Bonn

Kritik an Braunkohlepolitik : Umweltschützer beschmieren Grünen-Kreisgeschäftsstelle in Bonn

„Verräter“ und „Pfui“ haben die Aktivisten von Extinction Rebellion ans Fenster der Grünen-Kreisgeschäftsstelle in der Dorotheenstraße geschrieben. Sie kritisieren die jüngste Entscheidung zum Rheinischen Braunkohlerevier. Die Bonner Grünen wollen keine Anzeige erstatten.

Umweltschützer von Extinction Rebellion haben nach der Entscheidung zum Rheinischen Braunkohlerevier am Dienstag die Kreisgeschäftsstelle der Grünen in der Bonner Altstadt unter anderem mit dem Wort „Verräter“ beschmiert. „Das war Theaterfarbe. Die konnten wir schnell entfernen“, sagte Kay Wilhelm Mähler, Vorsitzender der Grünen in Bonn. „Wir sehen darin daher keine Sachbeschädigung und werden nicht Anzeige erstatten.“

„#Lützibleibt“, „Verrat am Klimaschutz“ und „Warum wollen Sie nicht mit uns reden?“, stand mit Kreide auf dem Boden vor der Bonner Parteizentrale. Der Energiekonzern RWE hatte sich zuvor mit Bund und Land auf einen vorgezogenen Kohleausstieg geeinigt. Braunkohle unter der Siedlung Lützerath sollte aber trotzdem gefördert werden.

Mitte September hatte die Umweltbewegung bereits die Kreisgeschäftsstelle besetzt, um für den sofortigen Stopp des Kohletagebaus zu protestieren. Der Umgang sei immer fair gewesen, sagte Grünen-Vorsitzender Mähler am Mittwoch: „Nun war die Stimmung immer noch freundlich und sachlich, aber aufgrund der Entscheidungen emotionaler.“ Mähler sieht die Entscheidung nicht als Verrat. „Im Prinzip wurde der Kohleausstieg um acht Jahre verkürzt. Damit tun wir selbstverständlich etwas für den Klimaschutz.“ Dass Lützerath trotzdem weichen muss, sei für die Grünen schmerzhaft.