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Umweltspuren in Bonn: IHK-Präsident kritisiert Folgen für die Wirtschaft

Folgen für regionale Wirtschaft : IHK-Präsident kritisiert Bonner Umweltspuren

Die Bonner Ratskoalition will auf einer stark befahrenen Ausfallstraße Umweltspuren nur für Busse und Fahrräder einrichten. Stefan Hagen von der Industrie- und Handelskammer warnt vor den Folgen für die regionale Wirtschaft.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg reagiert besorgt auf die geplanten Umweltspuren auf der B 56 in Endenich. Der Verkehrsversuch am Hermann-Wandersleb-Ring sei „aktuell unangebracht und kontraproduktiv für Verkehrsfluss, Umwelt- und Lärmbelastungen“, erklärte IHK-Präsident Stefan Hagen am Mittwoch. „Gerade jetzt ist die Verkehrslage in Bonn und Umgebung infolge der Flutkatastrophe noch angespannter als sonst.“ Daran werde sich nach Einschätzung der regionalen Wirtschaft vorerst wenig ändern. Für die betriebliche Mobilität und die Pendler befürchte die IHK schwere Einschränkungen. „Betriebe und Verbraucher werden die Folgen zu spüren bekommen“, warnte Hagen.

Die IHK sehe Umweltspuren, auf denen nur Linienbusse und Fahrräder zugelassen werden sollen, grundsätzlich kritisch. Zumindest müsse der Test abgebrochen werden, wenn es erhebliche Störungen gebe, so der IHK-Präsident.

Stadtauswärts soll die Spur nachts für Autofahrer nutzbar sein

Auf Wunsch der Ratskoalition aus Grünen, SPD, Linken und Volt hat die Stadt Pläne für die Umweltspuren zwischen den Kreuzungen der B 56 mit der Provinzialstraße und Auf dem Hügel erarbeitet. Dem Individualverkehr bleibt auf der Ausfallstraße in Richtung Südwesten je Fahrtrichtung nur eine statt bisher zwei Spuren. Die Umweltspur soll stadtauswärts nachts auch für Autofahrer nutzbar sein, so die Stadtverwaltung.

Denkbarer Start des auf mindestens zehn Monate angelegten Versuchs sei frühestens Anfang 2022, unter anderem weil Verkehrsschilder und Fahrbahnmarkierungen organisiert werden müssen. Die endgültige Entscheidung im Rat steht noch aus.