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Vandalismus in der Innenstadt: Unbekannte brechen Zehn-Kilo-Stein aus dem Münster

Vandalismus in der Innenstadt : Unbekannte brechen Zehn-Kilo-Stein aus dem Münster

Offenbar mutwillig wurde ein rund zehn Kilo schwerer Tuffstein aus einer Gewändeeinfassung des Bonner Münsters gebrochen. Er liegt nun hinter einer Mauer im Garten. Die Polizei bittet um Hinweise.

Stadtdechant Wilfried Schumacher und Michael Bogen vom Kirchenvorstand sind bestürzt: Unbekannte haben zwischen Freitag und Sonntag einen zehn Kilo schweren Tuffstein aus der Fassade des Bonner Münsters gebrochen. Betroffen ist der Schlussstein eines Fenstersturzes an der Ostapsis der Basilika – ein Teil der Krypta. Die Polizei ermittelt.

Stadtdekanatssprecher Reinhard Sentis vermutet, dass es sich um mutwillige Zerstörung handelt. Reste des Tuffsteins hätten überall abgeplatzt am Fuße des Fensterbogens gelegen, dazu Glasscherben. An der Stelle befinden sich auch die Skulpturen der Stadtpatrone. Wie es aussieht, versuchten die Täter, den Stein am Kopf von Cassius zu zerkleinern. Dort sind Abriebspuren zu sehen. Außerdem liegen auch dort Steinsplitter am Boden. „Restauratoren des Landesmuseums werden sich das nun ansehen“, sagte Sentis gestern.

Der 47 Zentimeter lange, 26 breite und 15 hohe Stein ist mittlerweile gefunden worden – im Innenhof des Pfarrbüros zwischen Efeu liegend. „Ganz offenbar wurde der Stein über die Mauer geworfen“, sagte Schumacher. Dass es sich um ein Versehen handelt, schließt Ägidius Strack, Projektleiter der Münstersanierung, aus. Der Stein habe fest gesessen. Das hätten die Untersuchungen der Fassade in den vergangenen Monaten ergeben. Gegen ein zufälliges Herauslösen sprächen die verstreuten Splitter.

Es könnte auch sein, dass die Täter in die Krypta hatten einbrechen wollen. Denn an einer Stelle ist auch das Gitter des Fensters ein wenige beschädigt. Doch dabei handelt es sich laut Sentis nur um eine Vermutung. Michael Bogen versteht nicht, wie man überhaupt einen denkmalgeschützten Bau wie das Münster beschädigen kann. Der Schaden liegt nach Angaben des Münsters bei rund 1200 Euro. Die Polizei hofft nun auf Hinweise unter 02 28/1 50.