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Uniklinik Bonn: Blaulicht-Spektakel - Polizei macht Kindern eine Freude

An der Bonner Uniklinik : Blaulicht-Spektakel für junge Patienten

Am Dienstagabend gab es ein ungewöhnliches Schauspiel am Eltern-Kind-Zentrum der Bonner Uniklinik. Neben Beamten von Polizei und Feuerwehr machten auch Freiwillige mit ihren Oldtimern den jungen Patienten eine Freude.

Etwa 60 blaulichtbewährte Fahrzeuge erleuchteten am frühen Dienstagabend zur Freude von  80 jungen Patienten die Fassade des Eltern-Kind-Zentrums der Bonner Universitätsklinik. Unter anderem fanden sich Einsatzwagen der Feuerwehr, der Bundespolizei, der Feldjäger, des Deutschen Roten Kreuzes und des DLRG am Venusberg ein, um die Fensterfronten der Kinderkliniken in ein regelrechtes Blaulichtmeer zu tauchen. Dass es sich hier glücklicherweise nicht um einen Großeinsatz verschiedener Einsatzkräfte handelte, erkannte man am Stummbleiben des Martinshorns und an der Teilnahme zahlreicher privater Sammler, die mit ihren Oldtimern den Blaulichtreigen komplettierten. So mischten sich unter die  stets einsatzbereiten riesigen deutschen Löschfahrzeuge und die Feldjäger-Krads ein echter altmodischer US-Feuerwehrtruck oder originale LAPD-Motorräder.

Nachdem sich die Wagen gleichmäßig an fast allen vier Fronten des Gebäudes aufgestellt hatten, wurden die Alarmlichter zeitgleich um 17.30 für die bereits an den Fenstern gespannt wartenden Kinder, Eltern und Pflegekräfte angestellt. Der Organisator dieser ersten „Blue Light Night“ Olaf Bach freute sich über die im Vorfeld große Unterstützung für sein Vorhaben. „Wir hatten natürlich viele Auflagen bekommen, die wir beachten müssen. Aber schon seit langem habe ich davon geträumt, so ein Blaulichtevent durchführen zu können. Ich freue mich, dass so viele offizielle Organisationen heute hier gemeinsam zusammenarbeiten“, so Bach.

Für die Kinder wolle er mit Hilfe der Lichter einen „Wow-Effekt erreichen und ihnen ein Lächeln ins Gesicht in diesen schwierigen Zeiten zaubern.“ Durch sein Engagement konnte Bach zuvor von verschiedenen Spendern insgesamt 1600 Euro, sowie eine weitere Einzelspende in Höhe von 500 Euro einsammeln. Diese seien genutzt worden, um für die Kinder leuchtende „Lichtschwerter sowie starke Taschenlampen“ zur Verfügung zu stellen. „Damit können die Kinder uns von ihren Fenstern aus zurückleuchten. Auf die Art entsteht eine schöne Kommunikation.“

Der USA-begeisterte selbstständige Kaufmann führt seit 2016 die Initiative „The Thin Blue Line“ und will mit verschiedenen Aktionen für mehr Respekt und Anerkennung gegenüber den polizeilichen Einsatzkräften werben. Mit seinem an diesem Abend ebenfalls eingesetzten „Tribute Cop Car“, einem in US-Polizeifarben lackierten Dodge, trat er bereits auf verschiedenen Veranstaltungen mit diesem Anliegen auf. „Gewalt und Aggression gegenüber offiziellen Kräften haben auch in Deutschland während der letzten Jahre spürbar zugenommen“, so Bach. „Auch darauf wollen wir heute aufmerksam machen.“ Die gesellschaftsspaltenden Vorkommnisse in den USA, insbesondere in diesem Jahr, seien „zum Teil falsch wiedergegeben oder in unserer Medienlandschaft falsch aufgenommen worden“, befand Bach.

Ein ebenfalls angereister Pick-up Truck der Bundespolizei mit der Aufschrift „All Cops are Beautiful“, einer Anspielung auf das als polizeifeindlich angesehene englische Akronym „A.C.A.B“, beteiligte sich zu seiner Freude ebenfalls an der Aktion. Der große Star des Abends war für das heutige Zielpublikum allerdings ein beinahe drei Meter großer „Police-Roboter“, der voller bunter Lichter und der LED-Aufschrift „Frohe Weihnachten“ auf dem Rücken einmal eine ganze Runde um das Gebäude zurücklegte. Der von einigen anwesenden Kindern als „Transformer“ gerufene, martialisch aussehende Roboter, hatte zwar hin und wieder Mühe mit Bordsteinkanten, bot aber, flankiert von einem freundlichen Weihnachtsmann, einen echten Blickfang. „Darin befindet sich ein befreundeter Stuntman. Der hat die gesamte Rüstung selbst gebaut und für heute speziell mit Polizeifarben lackiert“, freute sich Bach. Inmitten des blauen Lichtermeeres traten, so schien es, die flackerten Lampen der medizinischen Geräte der zum Teil schwerstkranken Kinder für einen kurzen Moment in den Hintergrund.

Olaf Bach, der sich ebenfalls für die Zusammenarbeit mit dem Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche Bonn e.V. bedankte, sah am Ende nur einen Grund zur Kritik: „Statt des Regens hätte es besser leichte Schneeflocken geben können. Das wäre noch ein wenig weihnachtlicher gewesen“, scherzte er nach der erfolgreichen Aktion.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Polizei veranstaltet Blaulicht-Spektakel an der Uniklinik