1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Unwetter in Bonn und Rhein-Sieg: Schwere Gewitter sorgen für Schäden

Umgestürzte Bäume, überschwemmte Straßen : Schwere Gewitter in Bonn und der Region sorgten für große Schäden

Gewitter und Starkregen haben am Mittwochabend und in der folgenden Nacht teils heftige Spuren in Bonn und der Region hinterlassen: Bäume sind umgestürzt, Straßen wurden überflutet. Die Einsatzkräfte rückten in der gesamten Region hunderte Male aus.

Starke Unwetter haben Bonn und die Region am Mittwochabend getroffen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits seit dem späten Nachmittag vor möglichen Gewittern mit Starkregen und Sturmböen in der Bundesstadt gewarnt. Die Warnungen hielt der DWD bis in den späten Abend hinein aufrecht. Ab 18.30 Uhr befand sich die Feuerwehr Bonn am Mittwochabend im Großeinsatz zur Bewältigung einer großen Anzahl an Schäden in der gesamten Stadt. Schwerpunkte lagen im Linksrheinischen in den Stadtteilen Ippendorf, Dottendorf und Kessenich.

Alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr und die beiden Ortsverbände Bonn und Beuel des Technischen Hilfswerks waren im Einsatz. Ungefähr 300 zusätzliche haupt- und ehrenamtliche Männer und Frauen seien im Dienst gewesen. Bis 20.45 Uhr habe es 283 Einsatzstellen gegeben.

Der öffentliche Nahverkehr kam zwischenzeitlich zum Erliegen. Bäume stürzten auf Bahngleise genauso wie auf Straßen. Auch am späteren Abend fuhren viele Regionalbahnen noch nicht – oder nur eingeschränkt. Ein umgestürzter Baum blockierte die Gleise zwischen dem Bonner Hauptbahnhof und Endenich Nord, sodass die S23 nicht fahren konnte. Hier ein Überblick:

Stark eingeschränkter Bahnverkehr

Ein Baum auf den Gleisen sorgte dafür, dass die RB30 nicht zwischen Hauptbahnhof und Bad Godesberg fahren konnte. Ein umgestürzter Baum behinderte auch den Zugverkehr zwischen Bonn-Beuel und Niederdollendorf. Die Strecke war für den RE 8 und die RB 27 gesperrt. Nach einem Blitzeinschlag in Beuel gab es zudem eine Störung am Stellwerk. Die Züge hielten nicht mehr am Beueler Bahnhof.

Die Straßenbahnlinien 16 und 18 Richtung Köln nahmen den Betrieb im Laufe des Abends wieder auf. Das Problem sind laut Michael Henseler von den Stadtwerken die vielen umgewehten Bäume und heruntergerissenen Äste gewesen. Bis sich alles eingespielt habe, werde es lange dauern.

Auf dem Wittelsbacher Ring in Sichtweite der Viktoriabrücke versperrte ein umgestürzter Baum die Fahrbahn. Der Verkehr staute sich, auch Linienbusse kamen nicht weiter. Insgesamt waren 17 Straßen gesperrt.

Melbbad bleibt am Donnerstag geschlossen

Die Stadt Bonn musste nach dem heftigen Gewitter den Straßentunnel in Richtung Süden sperren, wie die Pressestelle berichtete. Bei den Regenfällen sei Wasser in die Tunnelröhre in Fahrtrichtung Mehlem eingedrungen. Laut Feuerwehr-Pressesprecher Frank Frenser löschte die Wehr in den späten Abendstunden zudem ein Feuer in Bad Godesberg. In der Nähe des Bahnhofes in der Gerhard-Rohlfs-Straße war es zu einem Gebäudebrand gekommen.

Das Melbbad in Poppelsdorf muss am Donnerstag wegen Unwetterschäden geschlossen bleiben. Die Stadt will im Laufe des Tages näher über die Schäden informieren.

Vor allem vollgelaufene Keller beschäftigten die Feuerwehr in Königswinter. Wie Sprecher Lutz Schumacher mitteilte, waren am Abend 15 Einsätze gemeldet worden. Neben überfluteten Kellern beschäftigte ein umgestürzter Baum in Oberpleis die Einsatzkräfte. Zudem hatte der Gewitterregen eine Produktionshalle des Unternehmens Maxion Wheels in der Königswinterer Altstadt unter Wasser gesetzt. Ausgerechnet der von Parents for Future organisierte Klimadialog mit den Swisttaler Bürgermeisterkandidaten auf dem Hof der Georg-von-Boeselager-Sekundarschule ist wegen des Unwetters im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Weil die etwa 30 Teilnehmer der Veranstaltung zwischenzeitlich in der Aula Schutz suchten, musste diese noch am Abend desinfiziert werden. Der Grund: Am Donnerstag ist dort Einschulung.

Alle Einheiten in Meckenheim im Einsatz

37 Einsätze - zwei davon in Wachtberg und einer in Alfter - bilanziert die Feuerwehr Meckenheim nach dem Gewitter, das am Abend über die Region fegte. Gegen 18 Uhr wurde die Löschgruppe Altendorf/Ersdorf zum ersten Einsatz wegen eines umgestürzten Baumes auf der Hauptdurchfahrtsstraße im Ort alarmiert. Etwas später ordnete die Kreisleitstelle an, die Führungsstelle in Meckenheim zu besetzen. Um 18.50 Uhr wurde Alarm für alle vier Einheiten der Feuerwehr Meckenheim gegeben. Insgesamt 60 Kräfte waren über mehrere Stunden bis spät in die Nacht im Einsatz. Die Meckenheimer Drehleiter wurde zu zwei Dachstuhlbränden in Wachtberg nach Blitzeinschlägen gerufen. Im Ortskern Meckenheims sowie in Lüftelberg mussten außerdem etliche Keller ausgepumpt werden, am Bahnhof Kottenforst waren Bäume umgestürzt und erschwerten die Durchfahrt.

Viele voll gelaufene Keller im Siebengebirge

In Königswinter hat die Gewitterfront für insgesamt 32 Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr gesorgt. Zwischen etwa 18.30 Uhr und 22.30 Uhr waren 150 Kräfte im Stadtgebiet im Einsatz und vor allem mit der Beseitigung vollgelaufener Keller beschäftigt. In sieben Fällen mussten umgestürzte Bäume von Fahrbahnen beseitigt werden. Die Bäume versperrten zeitweise Fahrbahnen in Oberpleis, Fronhardt, Eisbach und Rauschendorf.

Kaum Schäden in Bornheim

Ferner musste die Feuerwehr in Swisttal zehn vollgelaufene Keller auspumpen. Die Rheinbacher Feuerwehr musste zu 16 Einsätzen ausrücken. In Hilberath, Neukirchen, Flerzheim und im Stadtzentrum pumpte sie Keller aus. In Alfter kam es zu 13 Feuerwehr-Einsätzen. Etwa je zur Hälfte ging es um vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume.

Auf der Alfterer Bahnhofsstraße und am Schlossweg stürzten Bäume um. Ein weiterer Einsatzschwerpunkt für die Feuerwehr in der Gemeinde war der Ortsteil Witterschlick. Allerdings nicht überall waren die Folgen der Unwetter so schlimm wie in den genannten Teilen der Region: „Wir sind sehr glimpflich davongekommen“, so der Bornheimer Feuerwehrchef Helmut Ost. Die Feuerwehr hatte am Abend lediglich einen Einsatz: In Roisdorf musste sie wegen eines Wasserschadens ausrücken. Aufgrund des Starkregens war der Druck in der Kanalisation so groß, dass Wasser aus einer Toilette herauslief. Auch im Kreis Ahrweiler lief das Unwetter glimpflich ab.