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Pin-up-Shooting im Base Camp Bonn: US-Fotograf fotografiert Oldtimer und schöne Frauen in Bonn

Pin-up-Shooting im Base Camp Bonn : US-Fotograf fotografiert Oldtimer und schöne Frauen in Bonn

Der renommierte US-Fotograf Carlos Kella nutzte das Base Camp Bonn für ein Pin-up-Shooting mit Oldtimer-Autos und erotischen Models. Daraus entsteht nun ein Kalender.

Die Kombination von blitzenden Autos und schönen Frauen hat eine lange Tradition. Typisch Männer, mögen die einen oder anderen jetzt sagen: Scharfe Kurven und glänzender Chrom, das regt die Fantasie an. Doch wenn die Models gut in Szene gesetzt werden, kann aus dieser Kombination ganz große Kunst entstehen.

So wie jetzt im Base Camp Bonn, wo mit Carlos Kella einer der renommiertesten Fotografen für US-Car-Kultur und Pin-up-Kunst ein Shooting für seinen neuen Wochenkalender gemacht hat. Mit einem Dodge, einem Buick, einem Camino sowie drei bezaubernden Damen war der Hamburger in das Wohnwagen-Hostel gekommen, um die besondere Atmosphäre zu nutzen – und um auf den riesigen Fundus eines ganz besonderen Bonner Geschäfts zurückgreifen zu können.

Seit zehn Jahren bringt Kella seinen Kalender „Girls & Legendary US-Cars“ heraus. „Vorher habe ich in der Werbebranche gearbeitet und nebenher vor allem im Pin-up- und Fetisch-Bereich fotografiert“, erzählt er beim Shooting. „2007 habe ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht und schnell meinen jetzigen Stil entwickelt. Ich mag einfach schöne Autos und schöne Frauen. Also warum nicht beides verbinden? Wichtig ist mir dabei, dass die Fotos nicht billig wirken. Ich bevorzuge die Darstellung von starker Weiblichkeit – meine Models sollen sowohl selbstbewusst als auch sinnlich rüberkommen.“

Für die Vintage-Models ist die Arbeit mit Kella überaus reizvoll. „Es macht großen Spaß, mit ihm zu arbeiten“, sagt Fräulein von Zucker, die wie ihre Kolleginnen nur mit ihrem Künstlernamen in der Zeitung erscheinen möchte. „Das Team ist unglaublich nett, die Location ist ein Traum, und die Kostüme sind klasse.“ Nur die Schuhe seien manchmal etwas herausfordernd, fügt sie lachend hinzu und zeigt auf ihre Absätze. „Das sind bestimmt so 13 Zentimeter, vielleicht sogar mehr. Da fällt das Laufen schwer.“ Aber die gehören halt dazu.

Filmstars ausgestattet

Wie auch die restliche Ausstattung stammen sie aus dem Vintage-Geschäft Sterling Gold, das schon bei so manchem Film seinen Fundus zur Verfügung gestellt hat. „Wir haben sogar Quentin Tarantino ausgestattet“, erzählt Inhaberin Maria Michaela Kühne, die den Laden mit seiner Sammlung von mehr als 80.000 Originalkleidern aus den 1920er bis 1990er Jahren von ihrem Vater übernommen hat. „Er ist damals für 'Inglorious Basterds' zu uns gekommen und hat sich sechs Stunden lang unsere Kostüme angeschaut. Das sind schließlich alles Unikate, nichts davon ist von der Stange. Darunter befindet sich zum Beispiel auch ein Kleid von Marlene Dietrich.“ Das ist aber diesmal nicht am Set, weil es viel zu wertvoll sei. „Aber ein paar Sachen habe ich schon mitgebracht – ich habe im Vorfeld Bilder der Autos erhalten und mir dann überlegt, was dazu passen könnte und ob eventuell auch ein Stilbruch spannend sein könnte.“

Während des Shootings vergeht die Zeit wie im Fluge. Immer wieder hat Kella neue Ideen, doch die Uhr tickt. Fünf Stunden hat er, dann müssen die Besitzer der Oldtimer fahren. „Wenn man mittags anfängt, scheint das eine halbe Ewigkeit zu sein, aber am Ende wird es immer knapp“, sagt er und beginnt, den Terminplan ein wenig zu ändern. „Gleich muss der Camino weg, und dann fahren wir den Dodge mal hier vor die Halle, frontal, damit man ein bisschen Garagen-Feeling hat“, schlägt er vor. Das Team setzt seine Wünsche um – und letztlich zahlt sich der Aufwand aus. „Das sieht toll aus“, sagt Kella beim Durchschauen der Fotos immer wieder. Der Kalender für 2019 kann also kommen.