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Valentinstag Bonn: Floristen versprechen sich kein allzu großes Geschäft

Einzelhandel und Corona : So blicken Floristen in Bonn auf den Valentinstag

Normalerweise ist der Valentinstag ein guter Tag für Blumenhändler. Nur nicht, wenn er auf einen Sonntag fällt. Warum das so ist und wie das Kaufverhalten sich im Lockdown verändert hat, erzählen Bonner Floristen.

Seit die Geschäfte zu haben, fehlt dem Blumenhändler Peter Bosse die Laufkundschaft. Seit 45 Jahren steht er mit seiner bunten Ware neben dem ehemaligen Karstadt-Gebäude. Nur ein Drittel der normalen Kundenmenge kommt nun an seinen Stand und wenn es so kalt ist wie in den vergangenen Tagen, kommt nicht einmal dieser Anteil, erzählt der holländische Händler. In den zentrumsnahen Stadtteilen sieht die Situation ein wenig anders aus: Hier halten die Nachbarn treu zu ihren Floristen und freuen sich darüber, wenigstens noch Blumen kaufen zu dürfen. Vom Valentinstag versprechen sich die Blumenverkäufer aber alle kein großes Geschäft.

Einbußen machen alle Floristen: Wenn ihnen die Laufkundschaft nicht fehlt, so sind es Veranstaltungen wie größere Hochzeiten oder andere Feste, die sie früher mit Blumen ausgestattet haben. Doch in den Blumenläden der Bonner Stadtteile ist die Stimmung dennoch nicht schlecht. Denn die Kunden sind ihnen noch wohl gesonnen. „Man wundert sich, wie viele Menschen jetzt für sich selbst Blumen kaufen“, sagt Manuela Deimann, die ihr Geschäft Blumen&Deko in der Kessenicher Pützstraße hat.

Susanne Komp, die mit ihrem Mann den Blumenladen Komp Floristik in der Endenicher Straße betreibt, hört oft von ihren Kunden, dass sie sich im Lockdown nun wenigstens die Wohnung schön machen wollen. „Die Blumen, die die Menschen früher zum Verschenken gekauft haben, holen sie sich nun, um sich selbst etwas Gutes zu tun“, so Komp. Der Blumenhändler Peter Bosse drückt es scherzhaft etwas anders aus: „Wenn du nun den ganzen Tag das Gesicht deines Mannes vor dir hast, dann willst du doch lieber auf einen schönen Strauß Blumen schauen.“

„Die Menschen freuen sich, dass wenigstens wir noch aufhaben und kommen“

Doch es sind gar nicht nur die Blumen, die die Kunden in die Läden ziehen. Eine Mitarbeiterin des Geschäfts Wintergarten am Bonner Talweg hat beobachtet, dass viele Kunden aus der Nachbarschaft kommen, um ein wenig Abwechslung und eine nette Unterhaltung mit den Floristen zu bekommen. Susanne Komp hat ebenfalls beobachten: „Die Menschen freuen sich, dass wenigstens wir noch aufhaben und kommen, um ein wenig zu quatschen oder über ihre Sorgen zu sprechen.“

Komp, Deimann und der Südstädter Wintergarten haben auch am Sonntag geöffnet – Valentinstag. Doch die Floristen können schwer einschätzen, wie gut das Geschäft am Tag der Liebe laufen wird. Manuela Deimann kann sich vorstellen, dass im Lockdown die Nachfrage nach Blumen steigen könnte, weil die Paare nicht essen gehen oder anderweitig ausgehen können. Doch das bleibt ungewiss, da Sonntage – auch wenn sie Valentinstage sind – schlechte Verkaufstage bedeuten.

Die befragten Floristen sind sowieso keine großen Fans von diesem Tag. Denn er bedeutet für sie jede Menge Beschwerden über die Preise. Peter Bosse erklärt: „Auf der ganzen Welt ist Valentinstag. Das heißt die Blumenpreise steigen auf dem Großmarkt stark an und dann beschweren die Kunden sich bei uns, dass wir die Rosen teurer gemacht haben.“ Die hohen Preise machen auch den Einkauf der Floristen schwer. „Wenn ich zu viel kaufe, muss ich viel wegschmeißen, wenn ich zu wenig kaufe, dann ärgere ich mich“, sagt Susanne Komp.

Würde Valentinstag auf einen Wochentag fallen, dann wäre das Geschäft auf jeden Fall größer, vermutet Komp. Denn dann würden Menschen auf dem Weg zur Arbeit ihren Kollegen eine Kleinigkeit kaufen oder auf dem Weg nach Hause ihren Lieben. Und Peter Bosse weiß, dass die Menschen sich vermutlich nicht die Mühe machen werden, zu ihm in die Innenstadt zu kommen für einen Valentinstags-Strauß. „Die holen sich den dann vielleicht im Supermarkt oder beim Floristen um die Ecke.“