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Freizeitsport in Bonn: Venusberg soll einen Fitness-Parkour bekommen

Freizeitsport in Bonn : Venusberg soll einen Fitness-Parkour bekommen

Entlang der Uniklinik wollen die Initiatoren auf einer Strecke von 800 Metern verschiedene Sportgeräte aufstellen. Alle Sportler können das Angebot nutzen.

Im Kottenforst soll ein neues Fitness-Angebot entstehen. Die Uniklinik, der Deutsche Turnerbund und die Krankenversicherung Barmer planen dort eine Laufstrecke mit Übungsstationen. Der „Fitness-Trail“ soll allen Sportlern zur Verfügung gestellt werden. „2016 wurde ein Präventionsgesetz von der Bundesregierung erlassen, das öffentliche Gesundheitsförderung vorsieht“, begründet Vitalij Mihailoff vom Deutschen Turnerbund die geplante Baumaßnahme.

Auf einer Strecke von 800 Metern soll auf dem Rheinhöhenweg, der an die Universitätsklinik grenzt, ein Laufpfad mit drei beschilderten Übungsstationen entstehen. Die Strecke wird im nördlichen Bereich der Klinik beginnen und soll entlang der Geländemauer in Richtung Süden verlaufen. Auf der Höhe des Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen ist ein Wendepunkt geplant. Damit wäre die Rundstrecke insgesamt etwa 1600 Meter lang.

Nach den ersten 120 Metern erwartet die Sportler eine Bodenturnfläche mit einer Anleitung zu verschiedenen Standübungen. Nach weiteren 180 Metern soll unweit des Frauenklinikums eine tiefe Barrenstange für Stützübungen errichtet werden. Am Wendepunkt sollen an zwei Parallelbarren Zug- und Druckübungen stattfinden, wie Turnexperte Mihailoff erklärt.

Entlang dieser Strecke soll der „Fitness-Trail“ entstehen. Foto: GA

An allen Stationen können sämtliche Muskeln des Körpers trainiert werden. Der Vorteil der Turnstationen gegenüber konventionellen Geräten im Fitnessstudio bestehe darin, „dass man seinen Körper mit eigener Kraft in Position bringen muss, und somit auch isolierte Muskeln trainiert werden“, erklärt Mihailoff.

Wer alle Stationen durchlaufen hat, soll die Strecke in umgekehrter Richtung zurücklegen, ohne erneut an den Stationen zu halten. Maximal sollen die Sportler den Trail fünfmal absolvieren. Dann haben sie 8000 Meter zurückgelegt und fünfzehnmal an den Stationen gehalten.

Jogging-Anfänger sollten mit einer Runde starten - oder walken

Anfängern empfiehlt Mihailoff mit einer Runde zu beginnen. Sollte Joggen noch zu anstrengend sein, könnte man die Strecke auch gut walken, sagt der Experte. Der Fitness-Trail wird sich für Menschen aus allen Altersgruppen eignen. An den Stationen finden sich auf den Schildern leichte, mittlere und anspruchsvolle Übungen.

Beispielsweise könnten Anfänger und Geschwächte an der ersten Station einen einfachen Hampelmann machen. An der gleichen Station haben fortgeschrittene Sportler die Möglichkeit, sogenannte „Burpees“ zu trainieren. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Kniebeuge, Liegestütz und Strecksprung mit hinter dem Kopf verschränkten Händen. Die Tafeln an jeder Station sollen Übungen für verschiedene Erfahrungslevels beschreiben.

Die Gesamtkosten des „Fitness-Trails“ belaufen sich laut Mihailoff auf ungefähr 5000 Euro. Während die Barmer-Krankenkasse die Kosten für die Infotafeln und Schildgestelle übernimmt, zahlt das Universitätsklinikum die Turngeräte und ihre Installation. Ein ebenfalls im Kottenforst geplanter „Fitness-Hotspot“, der ein Zirkeltraining an klassischen Turngeräten vorsah, scheiterte an der Finanzierung. Die Kosten in Höhe von rund 50 000 Euro konnten die Projektinitiatoren ohne Hilfe der Stadt nicht decken. Die Kosten für die Instandhaltung des Fitness-Trails sind deutlich geringer. Die Stadt muss lediglich dafür sorgen, dass dort beim Trainieren niemand zu Schaden kommt. Das bedeutet, dass die Bäume dort künftig in einem dichteren Takt als bisher kontrolliert werden müssen. Bevor der neue Fitness-Trail errichtet werden kann, muss die Bezirksvertretung der Stadt am 21. April noch grünes Licht für das Projekt geben. Laut Mihailoff stehen die Aussichten gut.