Weitere Krankenstationen sind betroffen Verdi verschärft unbefristeten Streik am UKB Bonn

Venusberg · Die Streiks am Uniklinikum Bonn halten an. Immer mehr Angestellte legen ihre Arbeit nieder. Am Dienstag soll es Gespräche zwischen Verdi und Vertretern der Politik in der Bonner Zentrifuge gegeben haben.

 Viele Pfleger fühlen sich nach eigenen Angaben durch eine zu hohe Belastung ausgebrannt.

Viele Pfleger fühlen sich nach eigenen Angaben durch eine zu hohe Belastung ausgebrannt.

Foto: Benjamin Westhoff

Für diese Woche hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi weitere Streikaktionen am Uniklinikum Bonn (UKB) angekündigt. Viele Angestellten in der Pflege waren am vergangenen Mittwoch in den unbefristeten Streik getreten, um den „Tarifabschluss Entlastung“ mit dem Arbeitgeberverband des Landes NRW zu bewirken. Dieser sieht Erleichterungen für das Pflegepersonal vor.

Aufgrund der Arbeitsniederlegungen sind laut Verdi-Gewerkschaftssekretär Arno Appelhoff mittlerweile vier Stationen am UKB mit insgesamt 108 Betten unbefristet geschlossen worden. Auch auf Intensivstationen und Normalstationen käme es zu Bettensperrungen, so Appelhoff.

Unterstützt wird das UKB vom Uniklinikum Köln, von dem eine Delegation an Streikenden am Mittwoch auf dem Venusberg erwartet wird. Am Freitag sei zudem ein Demonstrationszug vom Uniklinikum bis zum Münsterplatz geplant.

Gespräche mit Politikern

Der Ärztliche Direktor des UKB, Wolfgang Holzgreve, sicherte zu, dass alle Operationen, die unmittelbaren Schaden von Patienten abwenden würden, am UKB weiterhin stattfinden könnten: „Trotz unseres Respekts für das Streikrecht ist das oberste Gebot für uns, alle indizierten Behandlungen, bei denen wir eine Absage oder Verschiebung nicht verantworten können, durchgeführt werden.“ Das UKB stehe dafür weiter in regelmäßigem Austausch mit der Streikleitung.

Am Dienstagmittag habe es laut Verdi Gespräche mit Politikern in Bonn gegeben, mit dabei Gabriel Kunze (SPD), Julia Höller und Tim Achtermeyer (Die Grünen), Guido Déus (CDU) und Julia Schenkel (Die Linke). Nach Angaben von Verdi ging es primär darum, die Situation der Pflegekräfte darzustellen und den Politikern näherzubringen. Näheres ist bislang nicht bekannt.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort