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Kein Ende in Sicht: Verkehrschaos am Ippendorfer Dorfplatz in Bonn

Kein Ende in Sicht : Verkehrschaos am Ippendorfer Dorfplatz in Bonn

Der Verkehr zum Venusberg nimmt nachweislich zu. Die Kreuzung am Ippendorfer Dorfplatz nimmt dabei etwa ein Drittel des Verkehrsaufkommens auf. Brenzlige Situationen sind programmiert, ein Ende des Verkehrschaos ist nicht in Sicht.

„In Ippendorf ist der Kreisel für den Bernhard-Berzheim-Platz erste Voraussetzung, ohne ihn ist keine brauchbare Lösung absehbar“, sagte Ashok Sridharan während seiner Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt (2015). Ziemlich genau drei Jahre später ist zur Entschärfung der angespannten Verkehrssituation auf dem Venusberg noch nicht viel geschehen, obwohl unterdessen der Verkehr in Richtung des Uniklinikums (UKB) ständig zunimmt.

Im oberen Bereich des Venusbergs ist das Klinikum nur durch zwei Zufahrten erreichbar: Über die Kreuzung Robert-Koch-Straße/Im Wingert in Höhe des St. Marien-Hospitals, wo bei einer mehrtägigen städtischen Messung zum Jahresende 2017 etwa 14.000 Fahrzeuge pro Tag gezählt wurden. Und über den Ippendorfer Dorfplatz, die Kreuzung Röttgener Straße/Gudenauer Weg/Buchholzstraße, die etwa ein Drittel des gesamten Verkehrsaufkommens bewältigen muss. Zwei Nadelöhre auf dem Weg zum Venusberg, die in unterschiedlichen Varianten in Kreisverkehre umgewandelt werden könnten, um einen fließenden Verkehr zu ermöglichen. Dabei scheint es zunächst zweitrangig zu sein, ob der Verkehr über Mini- oder Großkreisel verflüssigt wird.

CDU wünscht Beschleunigung des Individualverkehrs

Erklärtes Ziel des runden Tischs Venusberg, an den sich die Verwaltung seit 2014 gemeinsam mit Vertretern des UKB und der Anwohner-Initiative Venusberg (AIV) setzt, ist es, den Autoverkehr auf dem Venusberg zu reduzieren und ein akzeptables Verkehrskonzept für alle Seiten zu erarbeiten. In einer durch den runden Tisch in Auftrag gegebenen Gutachter-Bewertung heißt es, dass ein Kreisverkehrsplatz zu einem stetigeren Verkehrsfluss beitragen könne, der bei „gedämpftem Geschwindigkeitsniveau sowohl dem Fahrrad- als auch dem Busverkehr zugutekommt“.

Das entspricht auch der immer noch aktuellen Forderung des CDU-Ortsverbands Venusberg/Ippendorf. „Wir halten dies für das geeignete Mittel, die Stausituationen in den Stoßzeiten und die damit verbundenen Ausweichverkehre zu beseitigen“, fasst dessen Stadtverordneter Georg Goetz zusammen. „Vor allem mit Blick auf die Rettungsdienste begrüßen wir die damit verbundene Beschleunigung des Individualverkehrs. Die Sorge, dass diese Maßnahme nur zusätzlichen Verkehr anziehen würde, teilen wir nicht.“ Allerdings müsse der somit fließende Verkehr dann auch auf dem Venusberg ungehindert in die Parkhäuser des UKB abfließen können und nicht wie bisher die Nebenstraßen in den Wohngebieten mit einem Park-Such-Verkehr blockieren.

Anwohner-Initiative macht sich für eine Verkehrswende auf dem Venusberg stark

SPD-Ratsfrau und Bürgermeisterin Gabriele Klingmüller macht darauf aufmerksam, dass ein Kreisverkehr auch für die Gutachter lediglich die zweitbeste Maßnahme nach einer Verminderung des Pkw-Verkehrs durch den Ausbau des ÖPNV, Förderung des Radverkehrs oder auch dem Bau einer Seilbahn darstellt. Eine Ansicht, die auch die Anwohner-Initiative teilt, die sich für eine umfassende Verkehrswende starkmacht. Die Lösung könne nicht sein, „den Verkehr durch den Bau eines Kreisverkehrs weiter zu verflüssigen und die Anfahrt mit dem Auto auf diese Weise noch attraktiver zu machen“.

Vielmehr sollten alternative Verkehrsmittel und -wege gefördert und geeignete Maßnahmen wie beispielsweise Park & Ride oder Shuttlebusse zur Reduzierung des Individualverkehrs ergriffen werden, meint Barbara Dreymann von der AIV. Sie bezeichnet die Situation am Ippendorfer Dorfplatz als prekär: Dort fehlten angemessene infrastrukturelle Maßnahmen, um die zunehmende Verkehrsbelastung der Stadtteile durch den massiven Ausbau des UKB etwas entgegenzusetzen.

Die einzig akzeptable Lösung sieht die Initiative darin, den Autoverkehr auf den Venusberg drastisch zu reduzieren. Dagegen macht sich die Bürgerinitiative „Bonn bleibt seilbahnfrei“ für den Bau von Kreisverkehren auf den Venusberg stark, um den Autoverkehr an den beiden belasteten Kreuzungen hinauf zum UKB zu verflüssigen.

Das Bonner Stadtplanungsamt teilte auf Anfrage mit, dass die Verkehrsplanung am Ippendorfer Dorfplatz auf Position sechs des Kreisverkehrsprogramms der Stadt Bonn stehe. Die Geometrie von Kreuzung und Einmündung sei jedoch für die Planung eines Kreisverkehrs nicht einfach. Erste Ansätze lägen dazu vor, müssten jedoch noch konkretisiert werden. Derzeit stehe der Ausbau des Kreisverkehrs Pützchens Chaussee/Oberkasseler Straße an. Danach komme die Position vier der Liste des vordringlichen Bedarfs (Bahnhofstraße/Meßdorfer Straße/Oedekovener Straße/Dompfaffenweg) zum Zuge. Position fünf sei bereits fertiggestellt. Für Ippendorf, die Position sechs des Kreisverkehrsprogramms, seien für einen Umbau derzeit noch keine finanziellen Mittel vorgesehen.