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Kommentar zu Bonner Schwimmbadplänen: Vernünftige Lösung

Kommentar zu Bonner Schwimmbadplänen : Vernünftige Lösung

Die Stadtwerke gehen auf Nummer sicher. Bevor sie ein Preisschild an das umstrittene neue Schwimmbad in Dottendorf hängen, sollen Baukostenschätzung, Businessplan und Wirtschaftlichkeitsberechnung bis aufs i-Tüpfelchen ausgefeilt und geprüft sein.

Das ist normal in einem Unternehmen und auch politisch nachvollziehbar: Wenn es teurer werden sollte als geplant, will sich niemand vorwerfen lassen, das Projekt schöngerechnet zu haben.

Trotzdem dürfte die Zahl, die aus dem Aufsichtsrat der Stadtwerke durchgesickert ist, Aufschluss über die ungefähre Größenordnung der Investition geben – sonst wäre sie wohl kaum Thema im Entscheidungsgremium gewesen. Rund 34 Millionen also für ein modernes Schwimmbad für Sportler, Schulklassen und Freizeit-Wasserratten. Selbst wenn das Projekt einige Millionen mehr oder weniger kosten sollte, zeichnet sich damit doch eine Erkenntnis ab: Der Neubau ist wohl finanziell vernünftiger als die Sanierung von Franken- und Kurfürstenbad. Zusammen würden die beiden alten Hallen laut städtischer Gutachten mindestens 25 Millionen Euro kosten.

In Wahrheit würde es noch viel teurer, weil die Kostenschätzungen mehr als fünf Jahre alt sind und die Baupreise inzwischen deutlich gestiegen sind. Und wie hoch das Kostenrisiko bei Altbauten ist, zeigt das Beispiel der Beethovenhalle, wo bei laufender Sanierung unerwartet Asbestprobleme auftraten. Natürlich: Da das Frankenbad laut Ratsbeschluss als Denkmal erhalten bleiben soll, muss die Stadt (oder ein Investor) dort trotzdem sanieren – aber eben nicht in dem Umfang, den eine Fortsetzung des Badbetriebs erfordern würde.

Entscheidend ist am Ende, wie hoch die Stadt das Schwimmen pro Jahr bezuschussen muss. In diese Rechnung gehören neben dem Neubau- oder Sanierungsaufwand vor allem Betriebs- und Personalkosten. Auch in diesen beiden Disziplinen dürfte ein Neubau mit optimiertem Zuschnitt die zwei alten Bäder um Längen schlagen.