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Verregneter Sommer in Bonn: Wie sich die Stimmung trotzdem aufhellt

Sehnsucht nach Sonne : Verregneter Sommer in Bonn und der Region schlägt auf die Stimmung

Den Sommer haben sich viele anders vorgestellt: Statt heißen Tagen und blauem Himmel kommt die Sonne nur selten durch die grauen Wolken. Das kann auf die Stimmung schlagen. Wetterexperte Karsten Brandt erklärt, wie sich das vermeiden lässt.

„Der Sommer ist ja da und auch überraschend warm, schließlich liegt die Durchschnittstemperatur über 20 Grad“, betont der Bonner Wetterexperte Karsten Brandt. Das liege vor allem an den hohen Nachttemperaturen. Die Tagestemperaturen hingegen lassen die gewohnte Sommerhitze missen. „Von der Stimmung her fehlt der Sommer deswegen. Wir wollen natürlich die Sonne und Wärme auf unserer Haut spüren. In den letzten Jahren sind wir da sehr verwöhnt worden. Deswegen ist das Gefühl in diesem Jahr ein anderes“, so Brandt. Und auch der Regen, der kaum einen Tag Pause macht, könne die Stimmung trüben.

Das führe natürlich dazu, dass die Menschen eine gewisse Sehnsucht nach Wärme, Sonne und Beständigkeit entwickeln, die in diesem Sommer einfach nicht befriedigt wird. „Sicher haben auch die Ungewissheit durch Corona und die wirtschaftlichen Sorgen die Sehnsucht nach der sommerlichen Beständigkeit erhöht“, vermutet Brandt. Sonne erhellt bekanntermaßen das Gemüt und so wirkt der nicht sehr sommerliche Sommer auf viele Menschen umso frustrierender.

Aber: „Es sind gar nicht so viel weniger Sonnenstunden als in den vergangenen Jahren. Die Sonnenstrahlen kommen auch durch die Wolken und deswegen sollte man jede Chance nutzen, auch in diesem Sommer rauszugehen“, sagt der Wetterexperte, der sich auch mit Biowetter beschäftigt. Unter dem Begriff versteht man die Auseinandersetzungen mit den Auswirkungen des Wetters auf den Menschen. Die Wolken haben laut Brandt sogar einen Vorteil: „Die Strahlung der Sonne kommt nicht so stark durch, deswegen kann man sich ihr gefahrlos viel länger aussetzen.“

Der Wetterexperte weiß, dass man auch ohne blauem Himmel und Hitze aus dem Winterblues herauskommen kann. Er betont: „Sommer ist nicht erst, wenn es 30 Grad und Sonnenschein gibt.“ Das Wetter könne man eh nicht beeinflussen, dafür aber die Erwartungen und das eigene Verhalten. „Wenn man etwas vom Wetter erwartet, kann man oft enttäuscht werden. Wenn man aber einfach jeden Tag an der Luft nutzt, dann erhellt das auch die Stimmung.“ Damit der häufige Wetterumschwung einen generell nicht zu sehr belastet, rät Brandt, sich dem Wetter – natürlich dosiert – immer wieder auszusetzen. „Unser Körper möchte gefordert werden. Wenn ich auch mal bei Regen rausgehe, mal bei Kühle, mal bei Wind und mal bei Wärme, dann wird mir das Wetter weniger anhaben, als wenn ich immer nur bei künstlichem Licht zu Hause sitze.“

Der verregnete Sommer habe in diesem Jahr auch Vorteile, so der Wetterexperte. Der Regen halte die Luft sauber und somit auch nahezu frei von Pollen. Das sei für Allergiker, die sonst im Sommer unter Heuschnupfen leiden, sehr vorteilhaft. „Wir haben in diesem Jahr eine der schwächsten Pollenphasen überhaupt gehabt“, sagt Brandt.

Und noch gibt es Hoffnung auf etwas wärmere Sommertage: „Mitte dieser Woche könnten es wieder bis zu 30 Grad werden, am Freitag sogar über 30 Grad. Doch bleibt der Regen nicht aus“, so der Bonner Wetterexperte.