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Videoüberwachung am Rheinufer Bonn: Polizei nimmt Kameras in Betrieb

Überwachung in Bonn : Polizei nimmt Videokameras am Rheinufer in Betrieb

Ab sofort überwachen Bonner Polizisten das Rheinufer mit mobilen Kameras. Mit zwei Kamerastationen wollen die Beamten gezielter gegen gestiegene Straftaten in diesem Bereich vorgehen.

„Wir waren im August bereits über der Anzahl an Straftaten am Rheinufer, die wir im ganzen Vorjahr hatten“, sagt Bonns Polizei Präsident Frank Hoever am Freitagmorgen am Brassertufer unweit der Operngarage. Deshalb hat er mit mehreren Kollegen zwei neue mobile Überwachungskameras vorgestellt. Diese sollen an den Wochenenden vor allem in den Abendstunden das Rheinufer im Blick behalten.

„Wir sind die erste und einzige Polizeibehörde, die über mobile Videoüberwachung verfügt“, lobt der Polizeipräsident Hoever die neuen Kameras. Insgesamt sieben an der Zahl sind in sechs Metern Höhe an der mobilen Station angebracht. Eine steht am Ufer auf Höhe der Rheingasse, die andere bei der Kennedybrücke auf Höhe des Feuerlöschbootes. Die Kameras sollen laut Hoever drei Zwecke erfüllen. „Erstens geht es darum, Straftaten zu verhindern, zweitens darum aufzuklären und drittens sollen sie zum Sicherheitsgefühl der Bürger beitragen.“

Die Kameras sollen zu den einsatzrelevanten Zeiten zwischen Freitag und Sonntag eingeschaltet sein. Im den kommenden vier Wochen werden das insbesondere die Abend- und Nachtstunden am Wochenende sein. „Ich habe mir vorher selbst ein Bild vor Ort gemacht“, sagt Hoever. Nach einer rechtlichen Prüfung habe er diese „Maßnahme zur Gefahrenabwehr“ angeordnet. Die Videobilder sollen in der Einsatzzentrale der Bonner Polizei durch speziell geschulte Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Bonn live beobachtet und bewertet werden.

Anbahnende Straftaten und Gefahrenlagen sollen frühzeitig erkannt werden und durch schnelle Entsendung von Einsatzkräften verhindert werden. Nach 14 Tagen werden die Videodaten automatisch gelöscht, sofern sie nicht als Beweismittel im Strafverfahren diene. Während Versammlungen oder Demonstrationen werden die Kameras abgeschaltet. Private Bereich, die im Winkel der Kamera liegen, sollen verpixelt werden.

Andreas Koch, Leiter für efahrenabwehr und Einsatz, betont ebenso die Wichtigkeit der Videoüberwachung. „Wir hatten in den vergangenen Jahren und vor allem in diesem Jahr mehr Einsätze“, sagt Koch. So sei es immer wieder zu Problemen gekommen, wenn die Menschen am Brassertufer in der Überzahl waren und die Beamten bedrohten. Deshalb seien die vergangenen Wochenenden sehr personalintensiv gewesen. Schon im Jahr 2019 sei der Gedanke gereift, Videoüberwachung einzusetzen. Koch betonte dabei, dass es dabei um rechtliche Maßnahmen für Straftaten gehe. Ordnungswidrigkeiten liegen nicht im Fokus der Polizei.

Durch die Videokameras sollen aber nicht weniger Einsätze eingesetzt werden, sagt Koch. Da die Kameras aktuell mit Akku laufen, werden sie am Ende der Woche immer abgebaut. „Wenn wir eine feste Stromversorgung haben, werden wir sie dauerhaft an einer Stelle anbringen“, sagt Koch. Eine der sieben Kameras sei allerdings permanent an. Diese überwache aber nur den Bereich direkt unter der mobilen Station. Falls es zu Vandalismus kommen sollte, können die Kameras das festhalten.

Oberbürgermeister Ashok Sridharan war ebenfalls zu dem Termin am Freitagmorgen erschienen. Er erinnerte daran, dass er bereits im Jahr 2017 daran dachte, Videobeobachtung in Bonn zu ermöglichen. Dafür sei aber zuerst eine Gesetzesänderung nötig gewesen.