Biologische Station Bonn/Rhein-Erft Viele Projekte für den Bonner Naturschutz

Dransdorf · Ob Artenschutz, Renaturierung oder Beratung der Stadtverwaltung - seit nunmehr 15 Jahren leistet die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft erfolgreiche Naturschutzarbeit in Bonn und der Umgebung.

 Tierische Rasenmäher 250 Schafe und 50 Ziegen weiden die Wiesen am Rodderberg ab. So pflegen sie die wertvollen Lebensräume

Tierische Rasenmäher 250 Schafe und 50 Ziegen weiden die Wiesen am Rodderberg ab. So pflegen sie die wertvollen Lebensräume

Foto: schmelzeisen

Am Dienstag zogen die Verantwortlichen von Stadt und Station Bilanz und präsentierten ihren Jahresbericht für das vergangene Jahr. Darüber hinaus gaben sie einen Einblick in die Vielzahl unterschiedlicher Projekte, die im kommenden Jahr geplant sind.

Zurzeit ist das Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei auf dem Dransdorfer Berg ein eher trister Anblick. Die Böden sind braun und unbewachsen, dazwischen alte Betonpfade und Abtrennungen. An manchen Stellen umarmen noch ein paar rostende Metallgerüste der glaslosen Gewächshäuser die leeren Beete. Zur Straße gewandt steht das Gebäude der Biologischen Station. Seit Jahren steht auf dem Gelände eine Bebauung zur Diskussion. Doch wann es hier weitergeht, darüber konnte Umwelt- und Stadtplanungsdezernent Helmut Wiesner, der zur Vorstellung des Jahresberichts gekommen war, noch nichts Neues verkünden.

Dafür lobte er das Engagement der Biologen und stellte die Wichtigkeit ihrer Projekte für den Naturschutz im Bonner Raum heraus. „Die Station ist eine wichtige Anlaufstelle und Ansprechpartner für die Stadt“, erklärte er. „Gerade wenn es um Neubaugebiete geht.“ Zudem sei sie ein Knotenpunkt zwischen den Umweltbehörden und der Bevölkerung und würde wertvolle Grundlagenforschung betreiben, so Wiesner. Und das nicht nur auf Bonner Gebieten, sondern seit fünf Jahren auch im Rhein-Erft-Kreis, der über keine eigene Station verfügt.

„Wir kümmern uns hauptsächlich um offene Flächen, wie etwa Wiesen, und nicht um Waldgebiete“, sagte Christian Chmela, der Geschäftsführer und Wissenschaftliche Leiter der Biologischen Station. So hätten die Mitarbeiter der Station im vergangenen Jahr offene Flächen etwa durch das Fällen von Bäumen erweitert und Pflanzensamen gesät. Das geschah unter anderem im Naturschutzgebiet am Rodderberg, wo unter Federführung der Biostation auch Schafe und Ziegen für den natürlichen „Rückschnitt“ sorgen. Es wurden aber auch kleine Seen für Amphibien geschaufelt und das Biotophölzer in den Bonner Wäldern erfasst, in denen Tiere leben. Insgesamt betreut die Station zehn Naturschutzgebiete in Bonn und dem Umland sowie zahlreiche Wiesen, die in Privatbesitz sind.

„Dazu gehören auch die immer weniger werdenden Obstwiesen“, so Chmela. In einem gesonderten und vom Landschaftsverband Rheinland seit letztem Jahr geförderten Projekt wird 2017 einmal mehr an dem Erhalt der ökologischen Systeme gearbeitet. Höhepunkt im letzten Jahr war hierbei eine Saftpressaktion, zu der die Bürger die Äpfel ihrer privaten Bäume mitbringen konnten. „Ein weiteres Thema für dieses Jahr ist die Ausarbeitung für die Düne Tannenbusch“, sagte der Stationsleiter. „Hier soll es weniger Gehölz und mehr Sand geben, damit dort mehr Licht und Wärme benötigende Pflanzenarten wachsen können.“

Neben ihren Projekten bietet die Biologische Station auch ein interessantes Programm für Bürger an, bei dem sich die Natur in Bonn und Umgebung erleben lässt. Dazu zählt zum Beispiel eine Wanderung am Freitag, 17. Februar, um 18 Uhr, bei dem die Besucher auf die Suche nach Eulen in der Dunkelheit gehen können. Für Vogelfreunde gibt es zudem Vogelstimmenkurse, die separat in Seminare für Einsteiger und Fortgeschrittene aufgeteilt sind.

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