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Nach Corona-Pause: Volksbund startet wieder mit Sammlungen

Nach Corona-Pause : Volksbund startet wieder mit Sammlungen

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hofft nach dem coronabedingt mageren Jahr 2020 auf viele Spenden für seine Arbeit. Den ganzen November sind die Sammelgruppen unterwegs, am Volkstrauertag und an Allerheiligen auch auf den Friedhöfen.

Die Spendensammler des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sind wieder in ganz Deutschland unterwegs. In den kommenden Wochen kann es also sein, dass an den Haus- und Wohnungstüren in Bonn Menschen mit blauen Sammelbüchsen stehen und darum bitten, die Arbeit des Vereins zu unterstützen. Dies sind entweder Soldaten der Bundeswehr oder Vertreter des Reservistenverbandes in entsprechender Uniform - oder Ehrenamtliche, die sich entsprechend ausweisen können. Man hofft, dass die Spendenfreude der Deutschen wieder wenigstens das Niveau von vor der Pandemie erreicht, sagte Volksbund-Geschäftsführer Wolfgang Gorzalka am Montagnachmittag auf dem Münsterplatz.

Dort wurde vor der Beethovenstatue der offizielle Startschuss für die Sammelaktion gegeben, wie üblich musikalisch begleitet. Das Musikcorps der Bundeswehr gab ein Platzkonzert, gleichzeitig gingen Menschen mit Sammelbüchsen durch die Zuschauerreihen und animierten zum Spenden. Der Verein ist dringend auf dieses Geld angewiesen. Er koordiniert die Pflege von mehr als 800 Kriegsgräberstätten rund um den Globus mit 2,8 Millionen Kriegstoten. Deutschland ist laut Gozalka die einzige Nation, die diese Fürsorge in einem Verein organisiert.

Haussammlung fiel 2020 wegen Corona aus

Und der hatte am Corona-Jahr 2020 schwer zu knabbern. „Für uns als Volksbund, der sich fast ausschließlich über Spenden finanziert, war das eine richtige Durststrecke.“ Denn die Haussammlung fiel aus nachvollziehbaren Gründen aus. „Auf ein paar Friedhöfen ist gesammelt worden“, so Gorzalka. Aber die Straßensammlung hätte man auch den Helfenden nicht zumuten wollen, in einer Zeit, in der Kontakte aller Art vermieden werden sollten. In Deutschland kommen üblicherweise jährlich rund vier Millionen Euro durch die Haussammlung zusammen, in NRW sind es ihm zufolge rund 250 000 Euro. Im Jahr 2020 sei es gerade mal ein Viertel gewesen.

Das hatte Auswirkungen auf die Aufgabe des Volksbundes, die zum großen Teil nicht erledigt werden konnte. „Die Kriegsgräber im Ausland konnten nicht gepflegt werden.“ Denn das Reisen war ja auch stark eingeschränkt. Normalerweise würden auch Soldaten in andere Länder fahren, um die Gräber zu pflegen. Das hat auch einen pädagogischen Hintergrund: „Sie sehen, was in einem Krieg passieren kann“, erklärte Gorzalka. Das fiel weg, ebenso die internationalen Workcamps, Jugendbegegnungen und Schulprojekte, an denen sonst jährlich rund 20 000 junge Menschen aus vielen europäischen Staaten teilnehmen.

Bürgermeisterin Ursula Sautter sammelt mit

Im ganzen November sind die Sammler unterwegs, am Volkstrauertag und an Allerheiligen auch auf den Friedhöfen. Bei der Auftaktveranstaltung auf dem Münsterplatz, wo das Musikcorps leider gegen den Baustellenlärm am Bonner Münster anmusizieren musste, sammelte Bürgermeisterin Ursula Sautter für die Stadt Bonn mit. Für NRW fordert der stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp zum Spenden auf. „Auf Kriegsgräberstätten werden die Folgen von Krieg sichtbar“, heißt es in seinem Schreiben. „Das Gedenken an die Kriegstoten wird gewahrt.“ Aber nur, wenn die Stätten auch erhalten bleiben.

Informationen im Internet unter www.volksbund.de.