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Skatepark in der Schaumburg am Hochstadenring: Von der Rampe auf das Auto

Skatepark in der Schaumburg am Hochstadenring : Von der Rampe auf das Auto

Immer nur Halfpipes rauf und runter fahren? Manchen Skateboardern ist das zu wenig. Herausforderungen müssen her. Rampen, Treppen, Geländer, Brunnen, alles lässt sich nutzen.

Doch selbst erfahrene Mitglieder der Szene haben das, was derzeit die Schaumburg am Hochstadenring bietet, zuvor noch nicht ausprobiert: In den dort aufgebauten temporären Skatepark, der am vergangenen Samstag in Betrieb genommen wurde und noch bis zum 12. März genutzt werden kann, ist ein Auto integriert, auf das sich die Skater schon bei der Eröffnung mit Begeisterung stürzen.

„Skater machen wie so oft aus der Not eine Tugend und schaffen sich selbst Freiräume, um ihrem Vergnügen nachzugehen“, kommentiert Jo Hempel das Geschehen. Der Fotograf und passionierte Skateboardfan hat schon in der Vergangenheit des öfteren an ungewöhnlichen Orten Rampen platziert, die von der Aufführung „Ich sah es rollen und hoerte“, die 2014 in der Bonner Oper gezeigt wurde, übrig geblieben waren. Nun haben er, Mitorganisator Jim Romer und Schaumburg-Chef Pablo Gimenez zusammen mit einigen Mitgliedern des Vereins SubCulture und der Initiative Beton für Bonn die Schaumburg in Beschlag genommen – nicht nur, um den Skatern zumindest für ein paar Tage einige Wallrides und Centerpieces zur Verfügung stellen zu können, sondern auch um auf die gegenwärtigen Probleme und die Vergangenheit des Bonner Rollsports hinzuweisen.

Eine kleine Fotoausstellung zeigt die Geschichte der Skater von den 80er Jahren im ehemaligen Wesselwerk über die Skaterhalle in Tannenbusch bis hin in die Gegenwart, eine Tafel am Eingang gibt Hintergrundinformationen. Auch um Spenden wird gebeten, die der Initiative Beton für Bonn zu Gute kommen sollen: Diese setzt sich seit 2014 dafür ein, eine der drei Tartan-Sportflächen in der Rheinaue in einen Beton-Skatepark umzubauen. „Es gibt dort zwar bereits eine Halfpipe, die auch zu den größten in Europa zählt und die wirklich toll ist, aber die ist für uns Straßen-Skater nur bedingt geeignet“, erklärt Hempel. „Das ist so, als ob ein Handballer auf einem Basketballplatz spielen soll – für eine gewisse Zeit kann das durchaus großen Spaß machen, aber letztlich geht es um zwei verschiedene Sportarten mit unterschiedlichen Anforderungen.“

Die Möglichkeiten in Bonn werden von den Skatern selbst derzeit eher mittelprächtig angesehen. "In Bad Godesberg gibt es ja einen Park mit Pollern, aber das ist irgendwie nichts Ganzes", sagt Lukas Magnin. "Ich wohne inzwischen in Frankfurt, da ist viel mehr los. Dennoch kann ich mir so etwas wie hier nicht entgehen lassen." Ähnlich sieht es der Kölner Alex Hasert, der seit 16 Jahren in der Szene aktiv ist und auch bei dem Opern-Projekt von 2014 mitwirkte: "Ich habe noch nie zuvor ein Auto geskatet. Das ist schon geil."

Termine: Sonntag, 6. März, ab 15 Uhr Fahrzeit, 18 Uhr Filmvorführung „This ain't California“; Montag bis Mittwoch, 7. bis 9. März, 17 bis 21 Uhr Fahrzeit. Donnerstag, 10. März ab 17 Uhr Fahrzeit, 19:30 Filmvorführung „Danger Dave“. Die Zeiten für Freitag und Samstag, 11. und 12. März, werden im Laufe der kommenden Woche bekannt gegeben. Weitere Infos auf www.schaumburg.co.