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Wochenmarkt in Bonn: Waldschüler informieren sich über gesunde Ernährung

Wochenmarkt in Bonn : Waldschüler informieren sich über gesunde Ernährung

Wie kleine Lebensmittelkontrolleure sehen die Drittklässler der Waldschule aus. Mit einer weißen Mütze, einer Schürze und Handschuhen stapfen sie von Stand zu Stand auf dem Bonner Marktplatz. Beim Markttag, der von den Händlern organisiert wurde, informierten sie sich gestern über gesunde Ernährung.

"Verboten ist nichts", sagt Ernährungswissenschaftlerin Fatemeh Rahi. Sie saß am Morgen mit den Kindern am Frühstückstisch neben dem Obelisk zusammen. Es

gab Wasser und frisches Obst, aber auch süße Brötchen und Kakao. "Am besten haben die süßen Sachen geschmeckt, aber auch das rohe Gemüse war lecker", sagte der achtjährige Elias. Das sahen auch seine Schulkameraden so, die Brötchen waren als erstes vergriffen. Wichtig sei, dass die Ernährung abwechslungsreich sei, erklärte Rahi.

"Wovon man viel und wovon man weniger konsumieren soll, zeigt die Ernährungspyramide", erklärte Rahi. Während Gemüse, Obst, Wasser und Vollkornbrötchen unten stehen und zu den Grundnahrungsmitteln gehören, zählen Schokolade, Gummibärchen und Cola zu den Genussmitteln. Das hatten die Kinder schon an den vorherigen Tagen der Projektwoche gelernt.

"Auf dem Marktplatz ging es nun darum, herauszufinden, wo frische Lebensmittel überhaupt herkommen und wie sie zubereitet werden", sagte Klassenlehrerin Sabine Münstermann. Dafür nahmen die Händler den Nachwuchs mit in den Stand. Bei Cirilo Pappalardo schnitten Catharina und Ismail Bananen für einen Obstsalat.

Hermann Mehl erklärte, wie Bienen Honig machen und dass aus dem Wachs der Waben Kerzen gemacht werden können. Etwas zurückhaltender waren die Schüler bei Fischhändler Bastian Cerdeyra. Manche ekelten sich zunächst vor Nordseekrabben und Fischfilets. Aber als Cerdeyra sagte, dass daraus auch Fischstäbchen gemacht werden, waren die anfänglichen Berührungsängste verschwunden.

Die Freundinnen Daphne und Lara probierten sogar die großen Jumbo-Garnelen. "Viele Kinder wissen gar nicht, wie Obst und Gemüse unverarbeitet aussehen", sagte Rahi. Marktleiterin Inge Hankamer rief den Markttag deshalb vor vier Jahren ins Leben. Gestern half sie beim Aufbau und schmierte Dinkelbrötchen.

"Es ist wichtig, dass die Menschen sich in jungen Jahren gesund ernähren", sagte sie. Der Markt biete ein vielfältiges Angebot, auch mit Produkten aus der Region. "Gewissermaßen sind das auch unsere Kunden von morgen." Bei Mutter Kerstin Kim, die als Betreuerin mitmachte, kam der Markttag gut an: "Ich habe viele Tipps mit nach Hause nehmen können." Oft fehle einfach die Zeit, eine richtige Mahlzeit zuzubereiten. Doch schnell und gesund schließen sich nicht aus: In der Butterbrotdose machen sich auch Möhren und Apfelstücke gut.