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Walpurgisnacht in Bonn: Protestierende demonstrieren gegen Sexismus

Protestmarsch mit 150 Teilnehmern : Demonstration gegen Sexismus in der Walpurgisnacht

150 Protestierende ziehen in der Walpurgisnacht vom Frankenbadplatz in die Innenstadt. Eine feministische Initiative fordert ein Ende der Gewalt gegen Frauen.

Zur Walpurgisnacht hatte die feministische Initiative Frauen Streik Bonn zu einer Demonstration gegen Sexismus und für ein Ende sexistischer Gewalt gegen Frauen aufgerufen. Unter dem Motto „Reclaim the Night  – Wir fordern die Nacht zurück” startete der Protestzug am frühen Freitagabend auf dem Frankenbadplatz, führte durch die Altstadt und endete rund zwei Stunden später auf dem Münsterplatz. Die rund 150 Teilnehmer hielten sich währenddessen an die gültigen Corona Vorschriften.

Man wolle sich mit den Opfern solidarisieren und klarmachen, dass man Gewalt gegen Frauen nicht länger hinnehmen werde, kündigte die Initiative an. „Wenn wir sagen, wir fordern die Nacht zurück, bedeutet das mehr als die buchstäbliche Straße zurückzufordern. Sexistische Gewalt ist beinahe in allen Lebensbereichen präsent – ob auf der Straße, Zuhause oder am Arbeitsplatz.“

Laut einer Studie der Europäischen Grundrechteagentur (FRA) aus dem Jahr 2014 habe in Europa jede dritte Frau über 15 Jahren schon sexuelle und/oder körperliche Gewalt erlebt. „Die Dunkelziffer ist noch weitaus höher, denn nur zwischen fünf und 15 Prozent der Vergewaltigungen in Deutschland werden überhaupt zur Anzeige gebracht“, tat die Initiative kund. Lisa Nike, eine Organisatorin des Bündnisses, erklärte: „Diese Zahlen sprechen für sich und zeigen, dass es sich hierbei nicht nur um ein lokales Problem handelt, sondern eines im System, in welchem Frauen immer wieder als Objekte dargestellt werden und echte Gleichberechtigung weit entfernt ist.“ Mit dem Straßenprotest wolle man nun Entschlossenheit zeigen und ein neues Bewusstsein schaffen – „eines, in der Gewalt gegen Frauen bekämpft wird, bis sie undenkbar ist“, so Nike.