Rosa trug der Mann, Blau die Frau Warum das pinke Auswärtstrikot der DFB-Elf ein Inbegriff der Männlichkeit ist

Meinung | Bonn · Das rosa Auswärtstrikot der deutschen Nationalmannschaft wäre zur Zeit der damals in Bonn lebenden Prinzessin Viktoria von Preußen der Inbegriff der Männlichkeit gewesen, glossiert unser Autor Philipp Königs.

Das Auswärtstrikot der DFB-Elf.

Das Auswärtstrikot der DFB-Elf.

Foto: dpa/Arne Dedert

Was muss das für ein Leben mit Bergen und Tälern gewesen sein? Bis zu ihrem Tod 1929 verbrachte Viktoria von Preußen ein Gutteil ihres Lebens im Palais Schaumburg, verlor bei Spaziergängen gelegentlich ihren Dackel und ließ ihn sich von Schuljungen wieder zurückbringen. Ansonsten stand auf dem Tagesprogramm: häusliche Pflichten erledigen (was immer das bei Prinzessinnen heißen mag), bei Empfängen repräsentieren, Tennis spielen und reiten, abendlicher Ausklang. Zum Ende ihres Lebens lernte Viktoria dann den russischen Hallodri und Heiratsschwindler Alexander Zoubkoff kennen, der mit der gesamten Kohle durchbrannte. Zoubkoff soll danach noch für einen luxemburgischen Gastronomiebetrieb gearbeitet haben, der aus der Einstellung mit einer Tafel Kapital zu schlagen versuchte, auf der zu lesen war: „Hier bedient Sie der Schwager des Kaisers.“ Wenn es die „Bunte“ damals schon gegeben hätte: Stoff genug hätte sie an der Adenauerallee (hieß damals noch nicht so) schon auftun können.