Eine Glosse Warum der „kleine Eugen“ sich nicht durchsetzen wird

Meinung | Bonn · Es gibt Überlegungen, den Neubau am Bonner UN-Campus „kleiner Eugen“ zu nennen. GA-Redakteur Philipp Königs hält das für keine gute Idee.

 Der künftige Sitz des UN-Klimasekretariats in Bonn.

Der künftige Sitz des UN-Klimasekretariats in Bonn.

Foto: Benjamin Westhoff

Es scheint Überlegungen zu geben, den künftigen Sitz des UN-Klimasekretariats am Rhein „kleiner Eugen“ zu nennen. Der Neubau misst in der Höhe 65 Meter und damit rund 50 Meter weniger als der nebenan liegende „Lange Eugen“, in dem Teile des Klimasekretariats zum jetzigen Zeitpunkt noch ihren Sitz haben. Deshalb der neue Name. „Langer Eugen“ neben „Kleiner Eugen“: Sie verstehen schon. Rein abgesehen davon, dass das Gegenteil von lang wohl eher kurz wäre. Unsinniger könnte ein Name kaum gewählt sein. Der „Lange Eugen“ heißt so, weil der damalige Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier von der CDU sich für den Bau des damaligen Abgeordnetenhauses mächtig ins Zeug gelegt hatte. Gerstenmaier, 1986 bei Remagen gestorben,  war so ziemlich das Gegenteil von einem Riesen, sodass der Name eine feine Ironie zum Ausdruck brachte, die ein „Kleiner Eugen“ geradezu pulverisieren würde. Und überhaupt: Wer entscheidet eigentlich über derartige Namen, wenn nicht Volkes Stimme, die in der Vergangenheit durchaus ein Händchen für den passenden Namen bewiesen hat.