Soziales Engagement Warum Metal-Fans 50 Schlafsäcke an Bonner Obdachlose spenden

Bonn · Metal-Fans haben am Dienstag beim Verein für Gefährdetenhilfe (VfG) in Bonn Schlafsäcke für Obdachlose gespendet. Wieso ausgerechnet Metal-Fans prädestiniert sind, sich sozial zu engagieren, erklären zwei ihrer Vertreter aus Bonn.

Birgit Pfeifer und Sven Harmeling bei der Übergabe der Schlafsäcke.

Birgit Pfeifer und Sven Harmeling bei der Übergabe der Schlafsäcke.

Foto: Benjamin Westhoff

Zwei Vertreter des Vereins Metality, Birgit Pfeifer und Sven Harmeling, haben am Donnerstag in der Quantiusstraße 50 Schlafsäcke an den Verein für Gefährdetenhilfe (VfG) übergeben. Laut Susanne Fredebeul vom VfG ist die Spende eine große Hilfe. Denn nicht nur im Winter, sondern das ganze Jahr über seien Schlafsäcke für Obdachlose sehr wichtig, erklärte sie bei der Übergabe.

Doch wie kommen eigentlich Fans von harter Metal-Musik dazu, Schlafsäcke an Obdachlose zu spenden? Pfeifer arbeitet für die Hilfsorganisation Care, wohnt in Bonn und ist erst nach ihrer Jugendzeit Metal-Fan geworden. Für sie bedeutet Metal eine freundliche, höfliche, offene Community, in der man aufeinander aufpasst, gerade auf Festivals. Der Verein Metality, 2020 gegründet mit Sitz in Frankfurt/Main, habe mehr als 1500 Mitglieder und übertrage diese Mentalität der Hilfsbereitschaft mit sozialen Projekten auch in die Gesellschaft. Nach dem Motto „Die, die im Moshpit des Lebens straucheln, muss man auf die Beine helfen“, so Pfeifer. Zur Erklärung: Bei einem sogenannten Moshpit handelt es sich um einen Kreis aus tanzenden Metal-Konzert-Zuschauern, der in der Regel direkt vor der Bühne entsteht. Sven Harmeling (46) ist seit seiner Jugendzeit Metal-Fan. Metallische Musik ist ihm zufolge das verbindende Element, das ganz verschiedene Menschen im Verein Metality zusammenkommen lässt. Auch die Inhalte der Musik machten oft auf gesellschaftliche Probleme aufmerksam. Die Metal-Musiker seien auch selbst oft Aktivisten, so Harmeling. Durch die freundliche, hilfsbereite Community liegen ihm zufolge soziale Aktionen der Metal-Fans wie das Spenden der Schlafsäcke nahe.

Die Schlafsäcke werden beim VfG nun erst einmal gelagert und bei Bedarf an die Menschen ausgegeben. In besonders kalten Nächten suchen die Streetworker des Vereins nach frierenden Menschen, die draußen Hilfe brauchen. Erstes Ziel sei immer die Obdachlosen in einer Notunterkunft unterzubringen, aber wenn diese das nicht wollen, könne ein Schlafsack zumindest weiterhelfen, so Fredebeul.

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