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Neue Schau auf der Hardthöhe: Was Besucher bei der Ausstellung der Streitkräftebasis erwartet

Neue Schau auf der Hardthöhe : Was Besucher bei der Ausstellung der Streitkräftebasis erwartet

Eine neue Ausstellung auf der Hardthöhe beleuchtet das Wesen und Wirken der in Bonn beheimateten Streitkräftebasis.

Die ersten Postkarten mit kameradschaftlichen Grüßen aus Gao und aus anderen Auslandseinsätzen hängen im Gebäude 650 auf der Hardthöhe bereits auf Postkarten an der Pinnwand. Es sind Reaktionen auf die aktuelle Ausstellung anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Streitkräftebasis (SKB). Unter den Exponaten ist auch ein Feldpostschalter, wie er für das Postwesen der Einsatzkontingente genutzt wird. Blanko-Postkarten liegen bereit, und Besucher sind eingeladen, sie für einen Gruß an bestimmte Soldaten oder ganze Verbände zu nutzen. In Anwesenheit des Generalinspekteurs der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, und des Inspekteurs der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, wurde die Ausstellung am Freitag offiziell eröffnet.

Diese steht im Kontext der Agenda „Bundeswehr in Führung – Aktiv. Attraktiv. Anders“, in deren Rahmen derzeit an 19 Standorten der Bundeswehr ähnliche „Regionalausstellungen“ präsentiert werden. Ihr Sinn und Zweck ist laut Bundeswehr die Stärkung und Weiterentwicklung der Identität von Dienststellen und Verbänden.

Ausstellung behandelt mehr als nur die Historie

In drei Räumen präsentiert die Streitkräftebasis ihre Geschichte und ihr Portfolio. Als militärischer Organisationsbereich agiert sie seit dem Jahr 2000 auf Augenhöhe mit Heer, Marine, Luftwaffe, Sanitätsdienst und seit wenigen Jahren auch mit Cyber- und Informationsraum. Geführt wird die SKB von ihrem Kommando um Generalleutnant Schelleis mit rund 1000 militärischen und zivilen Dienstposten von der Hardthöhe aus.

Dass es bei der Ausstellung nicht nur um historische Bezüge, sondern mindestens ebenso um die Verzahnung von Truppe und Gesellschaft sowie um die praktische Ausformung der Inneren Führung geht, verdeutlichte Inspekteur Schelleis und verhehlte dabei nicht, dass auch der SKB als vergleichsweise junge Säule der Bundeswehr an Traditionsbildung gelegen ist. „Tradition sichtbar zu machen“, das nannte auch der Generalinspekteur als Intention, mit der er die Erwartungen an die Ausstellung verbinde.

Eine Tradition der SKB wird auch militärischen Laien beim Rundgang schnell deutlich: Es ist der Querschnitt verschiedener militärischer und anderer Fähigkeiten, aufgrund dessen die SKB gern als „gemeinsame Dienstleistungseinrichtung“ der Truppe umschrieben wird.

So visualisiert die Ausstellung im Foyer zunächst das gesamte Fähigkeitsprofil der SKB und fächert es im nächsten Raum breiter auf: Da ist der erwähnte Feldpostschalter, da liegen Sandsäcke für den Hochwasserschutz, dort symbolisieren Sportgeräte die Verantwortung für die entsprechenden Aktivitäten in den Streitkräften, und in einer Ecke erinnert eine Puppe in der Uniform eines Militärattachés daran, dass die Streitkräftebasis im Dienste der Multinationalität auch deren Organisation übernimmt. Und schließlich ist da die Einsatzunterstützung, zwischen den Schautafeln mit Bildern von Verlegungen, Feldlagerbau und Militärmusik symbolisiert für die Einsatzmedaille der Bundeswehr, wie sie seit 1996 verliehen wird.

Herzstück der Schau ist ein Multimediatisch

Herzstück dieses Bereichs ist ein interaktiver Multimediatisch, an dem sich bis zu vier Besucher gleichzeitig auf einem eingelassenen 55-Zoll-Touchscreen mit Filmen, Texten und Bildern über Geschichte und Personen der SKB informieren können. Auf Knopfdruck beispielsweise taucht eine riesige digitale Deutschlandkarte mit den Standorten der Bundeswehr auf, was für die zufällige Ortswahl der Dienstaufsicht ganz neue Möglichkeiten biete, wie der Generalinspekteur scherzhaft bemerkte.

Unterhaltsam geht es auch im nächsten Raum weiter, in dessen Zentrum ein Stehtisch zum Brettspiel einlädt: Bei einer Art „Trivial Pursuit“ für Bundeswehrkenner lieferten sich die anwesenden Generäle zur Freude der umstehenden Stabsoffiziere spontan ein spannendes Scharmützel.

Spätestens beim Verlassen des Raumes wird es erneut ernst. Neben dem Ausgang befindet sich eine Ehrentafel mit den Namen der Gefallenen und im Dienst gestorbenen Angehörigen der SKB analog zum Ehrenmal der Bundeswehr im Berliner Bendlerblock.

Die Ausstellung auf dem Gelände des Bundesverteidigungsministeriums auf der Hardthöhe, Fontainengraben 150, Gebäude 650 (1.Obergeschoss) kann montags bis donnerstags von 11.30 bis 13.30 auch von der Öffentlichkeit besichtigt werden. Auch Führungen bietet die SKB nach Vereinbarung an. Interessenten melden sich unter ☎ 0228/55042084 oder Per E-Mail an KdoSKBFuePersInFue@bundeswehr.org.