Änderungen bei Bus und Bahn Stadt Bonn schlägt mehr Busverbindungen zur Uniklinik vor

Bonn · Im Dezember wird der Nahverkehrsplan für Bonn fortgeschrieben. Die Stadtverwaltung hat jetzt verschiedene Vorschläge gemacht, wie die Verbindungen besser werden sollen. Auch eine Trennung der Stadtbahnlinie 16 soll geprüft werden.

Die Linie 601 fährt hoch auf den Venusberg.

Die Linie 601 fährt hoch auf den Venusberg.

Foto: Benjamin Westhoff

Zu Stoßzeiten morgens und nachmittags sind die Busse zwischen Uniklinkum und Hauptbahnhof überfüllt. Das soll sich zum Fahrplanwechsel im Dezember ändern. Die Stadt Bonn hat konkrete Vorschläge für Taktverbesserungen und Linienänderungen im Nahverkehrsplan gemacht, die ab dem 23. Mai von der Politik beraten und schließlich im Rat entschieden werden sollen. Ziel ist, das Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu optimieren. Das sind die Vorschläge:

Verstärkerfahrten auf der Linie 601: Vor allem in den Spitzenzeiten morgens sind die Busse zwischen Venusberg und Hauptbahnhof voll, weil die Zahl der Menschen, die zum Universitätsklinikum Bonn (UKB) wollen, wächst. Und zwar sowohl die Zahl der Mitarbeitenden und Studierenden, als auch die Zahl der Patienten. Aktuelle Fahrgastzahlen hätten ergeben, dass einzelne Fahrten bis zu 90 Prozent ausgelastet seien, so die Verwaltung. Sie schlägt deshalb vor, die Verstärkerfahrten der Linie 601 Richtung Venusberg, die es morgens an Schultagen bereits gibt, um fünf Fahrten bis etwa 8.22 Uhr zu erweitert werden. In Gegenrichtung soll nachmittags gegen 15 Uhr eine Verstärkerfahrt vom Uniklinikum zum Hauptbahnhof ergänzt werden. Zusätzliche Kosten: voraussichtlich 50.000 Euro pro Jahr.

Geänderte Nachtbusstrecken: Durch Tempo 30 auf verschiedenen Straßen in der Innenstadt haben sich laut Stadt die Fahrtzeiten der Nachtbusse erhöht. Auf den Nachtbuslinien N3, N4, N7 und N10 sollen deshalb Änderungen an den Linienwegen vorgenommen werden, um die Umsteigemöglichkeiten am Hauptbahnhof sicherzustellen. „Die Reduzierung der erlaubten Höchstgeschwindigkeiten wirkt sich vor allem in den Schwachverkehrszeiten auf die Fahrzeiten und Fahrpläne im Busbetrieb aus“, erklärt die Verwaltung. Im Nachtbusnetz habe die notwendige Erhöhung der Fahrzeiten dazu geführt, dass einzelne Busse im heutigen System ihre Anschlüsse am Hauptbahnhof verpassen können. Ein Beispiel für die geplanten Änderungen: Der Bus N7 soll künftig zwischen Hochkreuz und Hauptbahnhof zum Schnellbus werden und keine weiteren Haltestellen bedienen. Die entfallenen Haltestellen werden weiter von der Linie N10 angefahren. Insgesamt kalkuliert die Stadt bei allen Nachtbuslinien mit eingesparten Betriebskosten von rund 20.000 Euro pro Jahr.

Buslinien zusammenlegen: Beim Busverkehr zwischen Bonn und Rhein-Sieg-Kreis sollen die Linien 529 und 635 zu einer Linie mit der Nummer 529 zusammengefasst werden. Die neue Linie 529 soll künftig zwischen Hennef und Beuel-Ramersdorf verkehren. Geplant ist ein durchgängiger 30-Minuten-Takt zwischen 6 und 21 Uhr für den Abschnitt Ramersdorf-Sankt Augustin Zentrum. Ergänzend soll das Angebot auf der Linie 516 (Vilich-Müldorf Kirche – Hennef Bahnhof) an Wochentagen auf einen durchgängigen 30-Minuten-Takt verdichtet werden.

Unterführung umfahren: Die Busse der Linie 855 in Bad Godesberg fahren bereits seit dem 5. Mai auf einem geänderten Linienweg, der dauerhaft beschlossen werden soll. Hintergrund: Die neuen Wasserstoff- und Elektrobusse der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) sind so hoch, dass sie nicht mehr durch die Bahnunterführung an der Rheinallee passen. Deshalb musste die Strecke vorübergehend verändert werden. Die Unterführung soll so umgebaut werden, dass auch Busse mit alternativem Antrieb durchfahren können.

Neue Haltestellen: Geänderte Linien machen neue Haltestellen auf Bonner Stadtgebiet erforderlich, und zwar an Löbestraße (Fahrtrichtung Meckenheim), Agnetendorfer Straße (Fahrtrichtung Robert-Schuman-Platz), Oppelner Straße, Im Wingert (Fahrtrichtung Innenstadt), Straßburger Weg, Bundeskanzlerplatz (Fahrtrichtung Hauptbahnhof) und Oscar-Romero-Allee. Entfallen sollen die Haltestellen Maria-Montessori-Allee (Positionen auf der Siegburger Straße), Schevastestraße und Kautex-Werk, wo sich die Nutzerzahl seit 2018 um 50 Prozent verringert hat.

Prüfauftrag zur Linie 16: Die Stadtbahnlinie 16 zwischen Bad Godesberg und Köln-Niehl ist aufgrund ihres langen Linienweges eine der verspätungsanfälligsten Linien in Bonn. „Dies führt zu einem aktuell unzuverlässigen Angebot zwischen der Bonner Innenstadt und Bad Godesberg“, so die Stadt. Wie berichtet, müssen Fahrgäste an den Haltestellen in Bad Godesberg lange auf die nächste Bahn warten, wenn verspätete Bahnen schon am Hauptbahnhof enden und zurück nach Köln fahren. Das war früher anders, als mehr Bahnen der Linie 63 nur zwischen Bad Godesberg und Tannenbusch hin und her fuhren.

Eine „Abbindung“ der Linie 16 wird deshalb wieder diskutiert. Das ist allerdings nicht so einfach, weil sie Teil eines großen Netzes in Köln und Bonn ist, wie die Stadt in ihrer aktuellen Vorlage erläutert. Statt zum Fahrplanwechsel im Dezember kommt eine Umsetzung nur mit einem überarbeiteten Stadtbahnkonzept in Betracht, das bereits geplant ist. Die Verwaltung empfiehlt daher, „eine Abbindung der Linie 16 mit der Umstellung auf das neue Stadtbahnkonzept umzusetzen, sofern dies möglich und verkehrsplanerisch zielführend ist“.

Der Verkehrsausschuss tagt am Donnerstag, 23. Mai, ab 18 Uhr im Ratssaal des Stadthauses. Am Ende der Beratungsfolge steht eine Entscheidung im Rat, voraussichtlich in der Sitzung am 20. Juni.

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