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Bonner Kunstkommission: Weg frei für Balkenhol-Skulptur im Hofgarten

Bonner Kunstkommission : Weg frei für Balkenhol-Skulptur im Hofgarten

Dem Aufstellen einer Bronze-Skulptur mit Baldachin des Künstlers Stephan Balkenhol im Hofgarten steht offenbar kaum noch etwas im Wege. Am Donnerstagabend tagte die Kunstkommission unter Vorsitz von Oberbürgermeister Ashok Sridharan. Sie gab grünes Licht.

Am Freitag sagte Bonns Kulturdezernent Martin Schumacher auf Nachfrage: „Die Stadt ist bis auf die Erteilung der Baugenehmigung und die Einbindung der Unteren Denkmalschutzbehörde nicht zuständig.“ Und er ist überzeugt: „Hier lässt sich sicher Einigkeit erzielen.“

Ehrung des Künstlers August Macke

Die Verwaltung ist nach eigener Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass die Erlaubnis für eine solche Skulptur keiner politischen Entscheidung bedarf. Das Kunstwerk zu Ehren des Künstlers August Macke soll zwar im öffentlichen Raum aufgestellt werden, aber auf dem Grund und Boden der Universität, und fällt damit in deren Entscheidungskompetenz. Uni-Sprecher Andreas Archut bekräftigte gegenüber dem GA: „Die Universität ist weiterhin gerne bereit, den Platz zur Verfügung zu stellen, wenn er für das Vorhaben gebraucht wird.“

Initiator ist in diesem Fall die Stiftung für Kunst und Kultur mit Sitz in Bad Godesberg, die in den vergangenen Jahren bereits drei Kunstwerke im öffentlichen Raum als Leihgaben platziert und dafür die Kosten übernommen hatte: Es sind Markus Lüpertz' Hommage an Beethoven im Stadtgarten, Tony Craggs „Mean Average“ am Remigiusplatz und Bernar Venets „ARC '89“ am Trajektknoten. Der Stiftungsvorsitzende Walter Smerling war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Umsetzung der Balkenhol-Skulptur

Im März hatte Smerling sich nach einem Anruf von Sridharan irritiert gezeigt, weil der OB weiteren Klärungsbedarf der Kunstkommission signalisierte. Dem Gremium, das empfiehlt, aber nicht entscheidet, fehlten genauere Informationen zur Skulptur, zu der es bislang nur eine Skizze gibt. Nach GA-Informationen stand Smerling, findiger Kulturmanager, in der Vergangenheit in der Kritik, Kunstschauen zu inszenieren, um den Wert von Objekten gezielt zu steigern.

Viele Jahre war Funkstille zwischen Stadt und Smerling, der auch im städtischen Kunstmuseum Schauen organisierte. Zur Balkenhol-Skulptur lässt sich sagen: Die auf vier mal vier Metern Fläche vorgesehene Plastik sieht eine zwei Meter große Bronzefigur vor. „Sie soll an August Macke erinnern und in einem Pavillon stehen“, erklärt der Künstler. Ihm schwebe beim Pavillon eine Edelstahlkonstruktion vor. Smerling hat angekündigt, bis 2030 jährlich eine weitere Skulptur im öffentlichen Raum installieren zu wollen.

Auch mit Blick darauf hat die Kunstkommission den Wunsch geäußert, einen Kriterienkatalog zu erstellen, in dem Standorte und Leitlinien genannt werden, welche Kunst die Stadt haben will. „Vielleicht kommen wir dahin, Wettbewerbe auszuschreiben“, hofft Ros Sachsse-Schadt, Mitglied der Kunstkommission. Ziel solle sein, eine Struktur zu schaffen, die es ermögliche, „eine wirkliche Auswahl an Künstlern anzubieten“, erklärte Kulturdezernent Schumacher.