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Zum achten Mal in Bonn: Weihnachtscircus gastiert vor Beethovenhalle

Zum achten Mal in Bonn : Weihnachtscircus gastiert vor Beethovenhalle

Ob es das Weihnachtslicht ist, das die Piratin Melina Igen auf einem Schwert und einer Dolchspitze balanciert? Auf jeden Fall herrscht besinnliche Stille, wenn sie die schmale Leiter vier Meter nach oben klettert. Der Bonner Weihnachtscircus, der vor der Beethovenhalle gastiert, versucht in diesem Jahr eine Balanceakt zwischen Sensation und Weihnachtlicher Stimmung.

Konkret sieht das dann so aus, dass "Deutschlands bester Weihnachtsmann" - den Titel hat er bei mehreren Meisterschaften gewonnen - Reiner Kienast zu Beginn der Vorstellung mit dem Publikum Weihnachtslieder singt. Im Foyer konnten sich die Besucher vorher mit Popcorn eindecken. Oder mit gebrannten Mandeln, die schon eher zu einem Weihnachtsmarkt passen. "Es ist eine Herausforderung, dieses Ambiente das Zelt zu bringen", sagt Zirkussprecher Gerd Hübner. Erst recht, weil Direktor Manuel Fischer nach den Auftritten von Clownlegende Oleg Popov im vergangenen Jahr mehr "Action und Staun-Momente" ins Programm holen wollte. Deswegen lautet das Motto "Sensation".

Es ist tatsächlich sensationell, wie Sarah Zinnecker fast sieben Meter hoch an Tüchern durch das Zelt. schwebt. Oder Yosvany Rodriguez Pena auf dem Drahtseil Rückwärts- und Vorwärtssalti macht. Der Höhepunkt ist allerdings "Open Galaxy" mit den vier brasilianischen Motorradfahrern Gabriel, Valter, Alison und Diego, die auf ihren Maschinen mit rund 60 Stundenkilometern gleichzeitig durch eine sechs Meter Hohe Stahlkugel rasen. "Die öffnet sich sogar, das ist weltweit einzigartig", sagt Hübner.

Ruhiger sind die Vorführungen von Stefanie Jarz, die auf dem Rücken von Pferden mit ihren Füßen jongliert. Nur in Bonn macht sie das zu den Klängen von Beethoven. Die Italienerin wurde bereits mit dem goldenen Delphin des internationalen Festival du Cirque de Namur ausgezeichnet. Die Familie Igen dressiert in Lederhosen und Dirndln Ziegen, die Treppen hinaufsteigen, auf Schultern springen und auf rollenden Tonnen balancieren. Der Franzose Gunter Sacckman zeigt eine Revue mit Ratten und einem Nutria, einer großen Biberratte in Anlehnung an den Kinofilm "Ratatouille". Die Giraffe Zaila marschiert zwar nur kurz durch die Manege, ist aber ein "echter Hingucker", wie viele Zuschauer finden. Die Tiere im Zirkus sorgten aber für Kritik: Bei der Premiere am Donnerstag demonstrierte die Tierschutzorganisation Peta vor dem Zirkuszelt.

Vorstellungen beginnen montags bis samstags um 15 und 19 Uhr, sonntags und feiertags um 14 und 18 Uhr. Heiligabend um 14 Uhr, an Silvester gibt es eine Gala um 20 Uhr. Am 1. Januar ist spielfrei. Karten gibt es für 18, ermäßigt 12 Euro in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen.