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Weihnachtsmarkt Bonn: Betonsperren gegen Terrorangriffe

Stahlseile gegen Lkw

So wird der Weihnachtsmarkt Bonn vor Terrorangriffen geschützt

Sicherheitsabsperrungen auf dem Weihnachtsmarkt in Bonn. FOTO: Benjamin Westhoff

Bonn Eine besondere Betonkonstruktion mit Seilen soll den Bonner Weihnachtsmarkt vor Terrorangriffen mit Lkw besser schützen als andere Systeme. Diese Neuerung wird an der Verlängerung der Budapester Straße eingesetzt.

Mit in diesem Jahr neuen Schutzvorkehrungen will das Ordnungsamt der Stadt am Friedensplatz einen Anschlag auf den Bonner Weihnachtsmarkt unmöglich machen. Zwei mit Stahlseilen verbundene Betonquader versperren dort die Verlängerung der Budapester Straße.

Seit dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheid-Platz vor drei Jahren riegelt das Ordnungsamt – wie die Verwaltungen vieler anderer Großstädte auch – mit massiven Betonsperren die Zufahrtswege zum Weihnachtsmarkt ab. An der Zufahrt zum Münsterplatz sind sie über Eck gestellt. Fahrer können sie nur mit geringem Tempo durchfahren.

Das ist das alte System. Denn die Schutzwirkung solcher Sperren sind inzwischen umstritten. Wie Testfahrten der Prüfgesellschaft Dekra im Auftrag des MDR-Magazins „Umschau“ erstmals belegt haben, können die Poller einen durchschnittlichen Lastwagen mit zehn Tonnen Gewicht lediglich ausbremsen. Schon bei Tempo 50 raste das Test-Fahrzeug durch die Absperrungen hindurch und kam erst nach Dutzenden Metern zum Stehen.

Sperren auf dem Weihnachtsmarkt in Bonn schon bei Pützchens Markt im Einsatz

Als Alternative zu massiv verbauten Barrieren soll jetzt das neue System mehr Schutz bieten. „Fährt ein Lkw gegen die Sperre, spannen sich die Seile. Die Quader werden dabei seitlich hinter das Fahrzeug gezogen und bremsen es aus“, berichtet Markus Schmitz vom Presseamt der Stadt.  Mit anderen Worten: Die Seile verhindern, dass die Quader vom Laster einfach weggedrückt werden. Vielmehr fliegen dem Fahrzeug die Brocken seitlich regelrecht um die Ohren. Die Fahrt sollte damit schnell beendet sein. Bei der Dekra  gab es Testfahrten gegen Klötze, die nicht mit Stahlseilen verbunden waren. Im Video ist zu sehen, dass das Fahrzeug bei hoher Geschwindigkeit noch viele Meter weiterrollt, selbst wenn die Reifen geplatzt sind.

Zu Pützchens Markt hatte die Stadt die neue Sperre erstmals eingesetzt. „Sie hat außerdem den Vorteil, dass man die Seile für den Lieferverkehr öffnen kann“, sagt Schmitz.

In diesem Jahr habe der Weihnachtsmarkt einen erfreulich friedlichen Start hingelegt, berichtet Polizeisprecher Frank Piontek. Seit der Eröffnung seien den Beamten erst drei Taschendiebstähle angezeigt worden. Zuvor waren allerdings unbekannte Täter in mehrere Buden eingedrungen. Sie stahlen Waren und Wechselgeld.