1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Weihnachtsmarkt in Bonn: Corona-Krise bringt Diskussion um Wintermarkt zurück

Weihnachtsmärkte in der Region : Corona-Krise bringt Diskussion um Bonner Wintermarkt zurück

Folgt in Bonn auf den Weihnachtsmarkt ein Wintermarkt? Vorschläge dazu werden seit Jahren diskutiert und nehmen sich andere Städte zum Vorbild. Ein Wintermarkt könne Ausfälle in der Corona-Krise kompensieren. Die Meinungen der Aussteller gehen jedoch auseinander.

Noch ist alles in Sommerferienstimmung, doch so manch einer hat bereits Weihnachten im Sinn. Wie die Bonner Bezirksverordnete Nicole Bonnie. Die CDU-Politikerin schlägt vor, den Weihnachtsmarkt in diesem Jahr – wie auch immer er mit Blick auf die Corona-Pandemie gestaltet werden kann – über das Christfest hinaus zu verlängern. Und ihn dann in der Zeit nach Weihnachten einfach Wintermarkt zu taufen. Eine Idee, mit der Bonnie beim Verein City-Marketing offene Türen einrennt.

In anderen Städten sind Weihnachtsmärkte bis in den Januar hinein keine Ausnahme, begründet Bonnie ihren Vorschlag. Eine Verlängerung wäre nicht nur eine Kompensationsmöglichkeit für die Beschicker hinsichtlich der vielen wegen Corona abgesagten Veranstaltungen. Ein Wintermarkt diene auch der Attraktivitätssteigerung der Bonner Innenstadt. „Es kommen immer mehr Bürgerinnen und Bürger auf uns zu, die uns nach Möglichkeiten fragen, auch über die Feiertage hinaus gemütlich über einen Weihnachtsmarkt schlendern zu können“, erklärt Bonnie.

Karina Kröber vom Vorstand von City-Marketing begrüßt den Vorstoß. Neu sei die Idee nicht, sagt sie. So habe City-Marketing bereits vor einigen Jahren mit der Stadtverwaltung überlegt, ob und wie man den Weihnachtsmarkt noch einige Tage länger veranstalten könne. Das sei allerdings aus verschiedenen Gründen bisher nicht umgesetzt worden.

Und auch in diesem Jahr stehen die Zeichen für die Verlängerung des Weihnachtsmarktes eher schlecht, wie eine Nachfrage bei der Stadt Bonn ergab. Die Idee werde jedes Jahr diskutiert und rufe unter den Beschickern unterschiedliches Echo hervor, so Vizestadtsprecher Marc Hoffmann. Die Betreiber von Imbiss- und Ausschankgeschäften könnten sich solch eine Verlängerung vorstellen, aber die Kunsthandwerker – insbesondere mit weihnachtsspezifischen Produkten – seien strikt dagegen. Zudem habe für dieses Jahr die Bezirksvertretung den Gestaltungsplan mit den bisherigen Zeiten – Abbau am 23. Dezember – bereits beschlossen, entsprechende Vorbereitungen seien in die Wege geleitet. Bonnie sieht darin indes kein Hindernis: „Es ist immer noch genügend Zeit, eine weitere Ausschreibung vorzunehmen.“

Ob es überhaupt wegen Corona einen Weihnachtsmarkt geben wird, hängt davon ab, ob große Festveranstaltungen um die Zeit überhaupt wieder möglich sind. „Das können wir zurzeit nicht absehen. Die Verwaltung plane im Moment die Durchführung des Weihnachtsmarktes, sei sich aber der Verantwortung bewusst, rechtzeitig Planungssicherheit für alle Beteiligten herzustellen. „Eine abschließende Entscheidung ist noch nicht getroffen“, so Hoffmann.