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Weihnachtsmarkt in Bonn eröffnet: Corona-Regeln und Öffnungszeiten

Maskenpflicht ist vielen nicht bekannt : In Bonn wurde der Weihnachtsmarkt eröffnet

Der Bonner Weihnachtsmarkt ist am Mittwoch mit strengen Corona-Regeln eröffnet worden. Der Stadtordnungsdienst kontrolliert die Umsetzung der 2G-Regel. Dabei kommen auch rote Armbändchen zum Einsatz.

Zwei Tage früher als sonst ist an diesem Mittwoch der Bonner Weihnachtsmarkt feierlich eröffnet worden. Ein Zugeständnis an die Marktbetreiber, die im vorigen Jahr wegen der Pandemie ihre Stände nicht aufbauen konnten. Und: Mit der Eröffnung des Budenzaubers gilt ab sofort in den meisten Teilen der Innenstadt Maskenpflicht. Die Eröffnungszeremonie am Sterntor verläuft dagegen wie immer: Der Chor Barberellas bietet musikalischen Hochgenuss, Bezirksbürgermeister Jochen Reeh-Schall hält eine Rede und begrüßt die Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, während an Imbiss- und Glühweinständen reger Andrang herrscht.

„Die Corona-Krise führte – wie wir alle wissen – besonders im Jahr 2020 zu großen Einschränkungen eines jeden Einzelnen. Eine Vielzahl an Veranstaltungen konnten nicht stattfinden, wurden abgesagt und das öffentliche Leben kam zum Erliegen. Nach dieser sehr schwierigen Zeit freue ich mich nun umso mehr, hier auf der Bühne zu stehen und gemeinsam mit Ihnen voller Vorfreude auf die vielen Lichter und schönen Buden zu schauen“, sagt der Bezirksbürgermeister. Er dankte vor allem den Sicherheitskräften wie Polizei und dem Stadtordnungsdienst. „Mit ihrer täglichen Präsenz, dem Sicherheitskonzept und der Aufklärungsarbeit rund um den Weihnachtsmarkt tragen sie im besonderen Maße dazu bei, dass wir uns alle hier wohlfühlen können.“

Maskenpflicht gilt fast in der gesamten Innenstadt

Anders als früher, als es bei den Sicherheitsmaßnahmen in erster Linie um den Schutz vor Anschlägen und vor Diebstählen ging, sind jetzt auch noch die Sicherheitsvorkehrungen gegen eine mögliche Infektion mit Corona dazugekommen. Dazu hat die Stadt Bonn, wie berichtet, nach der jüngsten Sitzung des Krisenstabs verfügt, dass nunmehr in beinahe der gesamten Innenstadt ein Mund- und Nasenschutz auch im Freien getragen werden muss. Zudem darf man den Weihnachtsmarkt nur besuchen, wenn man geimpft oder genesen ist. Ein Test allein, wie einst vorgesehen war, reicht nicht mehr aus, so die Entscheidung der Stadtspitze in Absprache mit dem Land, nachdem auch in Bonn die Inzidenz rasant angestiegen ist.

So mancher Besucher muss sich offensichtlich aber noch an die verschärften Corona-Regeln in der Bonner Innenstadt und damit auch auf dem Weihnachtsmarkt gewöhnen. „Oh, das wusste ich gar nicht“, sagt eine ältere Frau, als sie vom GA darauf angesprochen wird, dass nun auch im Freien der Mund- und Nasenschutz getragen werden müsse. Die Frau zögert keine Sekunde und zieht die Maske über. „Ehrlich gesagt, wenn es hier auf dem Weihnachtsmarkt so richtig voll ist, fühle ich mich dabei auch wohler.“ Was der 60-Jährigen aber nicht entgangen ist: Man darf nur noch mit dem 2G-Nachweis – man muss also zweifach geimpft oder genesen sein – über den Markt schlendern. „Ich bin selbstverständlich zweimal geimpft.“ Zum Beweis führe sie stets ihren Impfausweis mit, sagt sie.

Auch anderen Besuchern wie der 27-jährigen Neubonnerin Friederike ist die Regelung mit den Masken nicht bekannt. „Hier hängt nirgends ein Schild, das einen darauf aufmerksam macht“, sagt sie und nimmt ebenfalls ihre Maske aus der Handtasche heraus, um sie schnell aufzusetzen. Ein Mitarbeiter des Marktamtes klärt den GA auf: Die Entscheidung für die 2G-Regel und die Maskenpflicht sei ja erst kurzfristig getroffen worden. Da müssten die Schilder noch gedruckt und aufgehängt werden. An einigen Stellen wie am Sterntor ist das bereits geschehen.

Die Stimmung rund um die Eröffnung ist gelöst, man merkt den Menschen an, wie sehr sie den ersten Abend auf dem Weihnachtsmarkt genießen, obwohl die Corona-Nachrichtenlage denkbar schlecht ist. Die Ordnungskräfte lassen noch Nachsicht walten, wie unsere Redaktion beobachten konnte. Schließlich müssen sich die neuen Regeln wohl noch besser herumsprechen. Die Beschicker – rund 160 an der Zahl – sind dagegen bestens informiert. „Wir sind alle geimpft oder genesen“, sagt der Verkäufer einer Wurstbräterei. Sämtliche Betreiber bis hin zu den Aushilfen werden von Mitarbeitern des Marktamtes auf 2G hin kontrolliert.

Rotes Bändchen nach der Kontrolle

Wer will, erhält nach erfolgreicher Kontrolle ein rotes Bändchen mit der Aufschrift „Weihnachtsmarkt Bonn 2021“. Einmal umgebunden, kann man es wie in einem All-Inclusive-Hotel dauerhaft tragen, wird dann auch nicht mehr kontrolliert. Wer das Bändchen abnimmt, kann es nicht wieder fest am Handgelenk verschließen, es ist dann nutzlos. „Das ist ja praktisch“, mein ein junger Mann, der an einer Bude mit Weihnachtsdekoration als Aushilfe arbeitet. Rund 35.000 Stück hat die Stadt gekauft, sagt Vizestadtsprecher Marc Hoffmann. Übrigens: Auch Besucher können das Bändchen erhalten.

Wie berichtet, ist die Polizei mit einem Mobil an der Münsterbasilika präsent und unter anderem erste Ansprechpartnerin, wenn es um Taschendiebstahl und ähnliches geht. Am Anfang der Poststraße in Höhe Maximilianstraße ist zudem die Videoüberwachungsanlage der Polizei aufgebaut.

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