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Erleichterung nach Ausreise: Weitere Bonner Familie kehrt aus Kabul zurück

Erleichterung nach Ausreise : Weitere Bonner Familie kehrt aus Kabul zurück

Zwei Schulkinder und ihre Mutter haben die afghanische Hauptstadt nach mehr als zwei Monaten verlassen. Eines der Kinder war vor Wochen bei einer Explosion verletzt worden. Auch eine Familie aus Alfter konnte evakuiert werden.

Eine weitere Bonner Familie ist nach wochenlanger Wartezeit aus Afghanistan zurückgekehrt. Die zwei Kinder und ihre Mutter seien am Donnerstag nach einem zweitägigen Zwischenstopp in Katar wohlbehalten in Bonn angekommen, sagt Claudia Köse. Die Leiterin der Carl-Schurz-Grundschule freut sich damit auch über die Rückkehr einer ihrer Schülerinnen.

Deren Bruder, Schüler des Tannenbusch-Gymnasiums, war in den gewalttätigen Wirren in Kabul vor einigen Wochen mutmaßlich bei einer Sprengstoffexplosion verletzt worden. „Mittlerweile geht es ihm körperlich wieder gut“, sagt Köse, die seit Wochen laufend die Kontakte zwischen den Bonner Schulen und Familien koordiniert. Nach GA-Informationen wird nun mindestens noch eine Bonner Familie mit afghanischen Wurzeln zurückerwartet.

Schule organisiert psychologische Begleitung

Wie die Geschwister die Erlebnisse der vergangenen Wochen verarbeitet haben, sei völlig offen. „Wir haben es zwischenzeitlich geschafft, eine psychologische Begleitung aus Bonn per Video-Chat zu ermöglichen“, sagt die Schulleiterin. „Die Kinder und ihre Eltern haben Gewalt gesehen und am eigenen Leib gespürt, sicher viel Unaussprechliches. Wir werden alles tun, um sie auch nach der Rückkehr zu begleiten.“

Nach GA-Information wurde die jüngste Ausreise vom Auswärtigen Amt organisiert. Der Bundestagsabgeordnete Norbert Röttgen (CDU) bestätigte dies am Freitag und erklärte, das im Rahmen derselben Evakuierungsaktion auch eine Familie aus Alfter ausgereist sei. „Bei aller berechtigen Kritik an der Kommunikation und Organisation des Amtes muss man sagen, dass in dieser Woche die Zusammenarbeit reibungslos geklappt hat“, sagte Röttgen. „Ohne die Lehrerinnen in Bonn, die sich von Anfang an um die Familien gekümmert und den Kontakt gehalten, telefoniert und Unterstützung bei Politikern gesucht haben, wäre die Situation heute eine andere“. Dieses Engagement verdiene großen Respekt. Das Auswärtige Amt ließ eine kurzfristige Anfrage zum Ablauf der Evakuierung am Freitag unbeantwortet.