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Wels in Bonn: Der größte Raubfisch im Rhein kann sogar Hunden gefährlich werden

Bonner entdecken riesigen Wels : Der größte Raubfisch im Rhein kann sogar Hunden gefährlich werden

Einen riesigen Wels hatten Bonner im Rhein entdeckt. Der Raubfisch profitiert von der guten Wasserqualität im Fluss und seinen Nebenflüssen. Das wärmer werdende Klima bekommt dem großen Süßwasser-Raubfisch gut. Er macht aber auch Probleme.

Der Waller, auch europäischer Wels, beziehungsweise Flusswels genannt, ist ein großer Süßwasser-Raubfisch, der sowohl in Seen als auch in Flüssen heimisch ist. Die Tiere können über zwei Meter groß werden, wie zuletzt von GA-Lesern im Rhein gesehen und fotografiert.

„Der Wels frisst eigentlich alles, was in sein Maul passt - außer Pflanzen“, erläutert Fabian Herder, Kurator für Fischkunde beim Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn, kurz und knapp. Da er hauptsächlich nacht-aktiv sei, stünde auf seinem Speiseplan neben allen vorkommenden Fischen auch Krabben, unvorsichtige Enten, seltene Haubentaucher und badende Tauben, fügt Herder hinzu.

Für den Menschen, so der Fischkundler und Hobby-Angler, sei der Wels trotz seiner Größe nur in absoluten Ausnahmefällen eine Gefahr - zum Beispiel, wenn man aus Versehen in seinen Laich trete, könne er schon mal zuschnappen. Da er jedoch nur über sehr viele kleine Zähne verfüge, entstünden dabei höchsten Schürfwunden und blaue Flecke, so Herder. Für Haustiere wie Hunde kann der Raubfisch aber eine echte Gefahr sein. Bei kleinen badenden Hunden würde Herder jedenfalls nicht seine Hand ins Feuer legen, dass nichts passiere.

Beliebter Fisch bei den Anglern

Welse sind bei Anglern sehr beliebt - als Speisefisch und auch wegen seiner teils beeindruckenden Größe. „Man kennt ja die Fotos, wo starke Männer ihren Wels-Fang stolz präsentieren“, erzählt Herder. Problematisch werde es, wenn Angler oder Angelvereine die Tiere extra in die Gewässer aussetzen würden. „Für die Ökosysteme der Flüsse und Seen kann das verheerend sein. Der Wels kann so einen kleinen See schon mal leerfressen“, so Herder weiter. Heimische Fischarten werden dadurch reduziert und das Ökosystem eines Sees könne dadurch aus dem Gleichgewicht geraten.

Dass ein so großer Wels, wie neulich gesehen, im Rhein vorkomme, sei nichts Neues, macht der Fischexperte klar. Allerdings müsse man sich Sorgen darüber machen, dass er auch in den Rheinnebenflüssen wie zum Beispiel der Sieg immer heimischer werde. „Biologische Initiativen wie das Lachs-Projekt in der Sieg sind durch den Wels gefährdet. Das ist natürlich unschön“, so Herder weiter.

Maßnahmen gegen Überpopulationen der Welse

Was ist zu tun? Man kann Welse stärker befischen, so dass sich der Bestand langfristig minimiert. „Zudem muss das Aussetzen von Welsen oder anderen fremden Fischarten in unsere Gewässer aufhören. Da haben wir aber noch viel Überzeugungsarbeit bei den Anglern vor der Brust“, sagt Fabian Herder mit Blick in die Zukunft.