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"Foosball" im Maritim: Weltmeisterschaft im Tischfußball in Bonn

"Foosball" im Maritim : Weltmeisterschaft im Tischfußball in Bonn

"Because it's the best Foosball Tournament in the world", antwortet Tony Spredeman aus Milwaukee auf die Frage, warum es den 30-Jährigen aus seiner amerikanischen Heimat an den Rhein gezogen hat. Das "beste Tischfußballturnier der Welt", findet gerade in Bonn statt und hat an die 1000 Spieler aus der ganzen Welt ins Hotel Maritim gelockt.

Noch bis einschließlich Sonntag treten die Amateursportler im Rahmen der dritten "Players 4 Players-Weltmeisterschaft" gegeneinander an.

"Der mit Abstand beste Bonner" ist Fabian Bein. Das sagen zumindest seine Vereinskollegen von der Kicker Crew Bonn über den 21-jährigen Studenten der Medienwissenschaften. "Auf einer Klassenfahrt fing alles an", erzählt er lachend. "Es gab da einen Lehrer, der immer etwas besser war als ich und das hat mir einfach keine Ruhe gelassen", berichtet er über die Anfänge seiner Sportlerkarriere am Kickertisch. Inzwischen ist der Lehrer chancenlos und Bein strebt nach Höherem: "Mein Ziel ist es, hier unter die Top Ten zu kommen und im Anschluss wünsche ich mir, dass ich meine Position in der Nationalmannschaft ausbauen kann."

"Gespielt wird im Doppel-KO-System, das heißt wer ein Spiel verliert, kommt in die Verliererrunde und wer zweimal verliert, ist raus", erklärt Sandra Hinze, die im Vorstand der Bonner Kicker aktiv ist. "Teilnehmen kann jeder - es handelt sich um ein offenes Turnier." Durchschnittlich um die dreißig Jahre alt sind die Spieler: "Der Nerd-Faktor ist doch schon recht hoch", schmunzelt Hinze. "Ich glaube, an die Hälfte sind Informatiker oder arbeiten in der IT-Branche." Was für die 33-Jährige selbst allerdings nicht zutrifft: "Ich bin Gastronomin mit zwei eigenen Betrieben in der Rathausgasse und im Kunstverein", erzählt sie. "Allerdings gibt es in beiden keinen Kicker."

"Es gibt zwei grundlegende Schusstechniken - Jet und Abroller", erläutert Hinze weiter. Beim Jet legt man das Handgelenk an die Stange an und rollt dann über das Handgelenk ab. "Ballkontrolle ist aber das Wichtigste, was den Kneipenspieler vom Profi unterscheidet. Wir nehmen den Ball und überlegen uns genau, wohin wir schießen - der Kneipenspieler versucht normalerweise einfach nur irgendwie das Tor zu treffen."

Tischfußball in der heutigen Form stammt übrigens aus der Schweiz und verbreitete sich in den 1920ern in Deutschland. Nach dem zweiten Weltkrieg nahmen die heimkehrenden GIs das Spiel mit in die Vereinigten Staaten, wo es als "Foosball" bald äußerst populär wurde. In Deutschland wird die "Players 4 Players-WM" seit 2006 regelmäßig alle vier Jahre veranstaltet. Nachdem vor 14 Jahren eine kommerziell betriebene Turnierserie eingestellt wurde, hatten einige Spieler um Vereinsgründer Günet Celik die Idee, Turniere "von Spielern für Spieler" zu organisieren - daraus entstand der gemeinnützige Verein "Players 4 Players".