13. Bonner Teddyklinik Wenn das Krokodil zum Doktor muss

Bonn · Stofftier-Ärzte und -Apotheker erwarten bis Freitag (9 bis 16 Uhr) 1050 Kinder aus mehr als 60 Bonner Kindergärten. Am Freitag öffnet das Teddy-Krankenhaus zusätzlich von 13 bis 16 Uhr für Familien mit Kindern seine Pforten.

„Anne ist aus dem Hochbett gefallen und hat sich den Arm gebrochen.“ Besorgt drückt die vierjährige Nina ihre heißgeliebte flauschige Kuschelrobbe vor dem grünen Aufnahmezelt der AOK an sich. Dort erstellen Auszubildende und Praktikanten eine Erstanamnese. Das Blatt enthält unter anderem Informationen zu Alter, Größe und Fellfarbe. Hat das Stofftier schon einmal allergisch reagiert? Wenn ja, worauf? Schokolade, Umarmungen, Küsschen?

Unterschrieben wird das Gesprächsprotokoll von einem Facharzt für Stofftierheilkunde. „Du brauchst keine Angst zu haben. Das kriegen wir schon hin. Jetzt gehen wir zuerst in das Behandlungszimmer und dann schauen wir beim Röntgen, ob sich deine Anne den Arm gebrochen hat.“ Charlotte Dreher, Studentin der Humanmedizin, nimmt als „Dr.ted. Charlotte“ Nina und ihren kleinen Patienten auf Augenhöhe in Empfang. Eine der insgesamt 80 Medizin- und Pharmaziestudenten, die bei der 13. Teddyklinik auf dem Gelände des Kinderklinikums an der Adenauerallee, den Umgang mit kleinen Patienten üben.

Sie setzen Spritzen, legen Infusionen und Verbände an. Ausrichter sind das Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikum Bonn, die AOK Rheinland und der Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche. Ziel der dreitägigen Veranstaltung ist es, Kindern die Angst vor dem weißen Kittel zu nehmen. „Wir wollen dazu beitragen, dass sich die Kinder mit dem Thema Kranksein spielerisch auseinandersetzen und weniger Ängste haben, falls sie selbst einmal ins Krankenhaus müssen“, erläutert Ingrid Herrmann von der AOK.

Das Röntgenbild von Robbe Anne zeigt einen gebrochenen Unterarm. „Den legen wir jetzt in Gips. Das tut überhaupt nicht weh“, sagt Dr. Charlotte und legt mit Nina einfühlsam einen blauen Verband an. Zum Schluss der Behandlung verschreibt sie das Schmerzmittel für die versorge Robbe: Gummibärchen – drei Mal täglich.

Vor dem Behandlungszimmer der Teddyklinik warten schon die nächsten Patienten: Darunter auch die vom Dach gefallene Tigerente von Erkan und die an Masern erkrankte Katze von Clara. Nina entspannt sich inzwischen mit Anne in der Cafeteria mit Multivitaminsaft und Donuts mit pinkfarbenem Zuckerüberguss.

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