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Dicker-Pulli-Tag: Wie eine Bonnerin mit dicken Pullis das Klima schützt

Dicker-Pulli-Tag : Wie eine Bonnerin mit dicken Pullis das Klima schützt

Die Bonnerin Corinna Nitsche-Hainer ruft mit dem „Dicken-Pulli-Tag“ deutschlandweit dazu auf, am 5. Februar weniger zu heizen. Damit will sie zum Klimaschutz beitragen.

Schon mit kleinen Veränderungen im eigenen Alltag kann man viel für das Klima bewirken, ist sich die Bonnerin Corinna Nitsche-Hainer sicher. Es helfe schon, einen dicken Pullover anzuziehen und die Heizung eine oder zwei Stufen herunterzustellen. Um auf die kleinen Veränderungen aufmerksam zu machen, hat Nitsche-Hainer den „Dicken-Pulli-Tag“ ins Leben gerufen, der am Freitag, 5. Februar, stattfindet.

Dabei handelt es sich um einen Klima- und Umweltschutztag, der ein Bewusstsein für das Thema Heizen schaffen soll. „Vielen ist nicht bewusst, welche Energieschleuder eine falsch eingestellte Heizung sein kann und wie leicht Kosten und CO2 eingespart werden können. Ein Grad weniger Heiztemperatur spart sechs Prozent Heizenergie“, schreibt die 53-Jährige über den Aktionstag, der im vergangenen Jahr zum ersten Mal stattgefunden hat.

Die Idee hat sich Nitsche-Hainer abgeschaut. Das Umweltamt der Provinz Flandern in Belgien veranstaltet den „Dicketruiendag“ bereits seit 17 Jahren. In den Niederlanden gibt es den „Warmetruiendag“ seit 15 Jahren. „Die Idee ist schön, einfach umzusetzen und kostet nichts. Ich hatte sie schon lange im Hinterkopf und 2019 endlich Kapazitäten, um sie nach Bonn zu bringen“, sagt die Beuelerin. Nitsche-Hainer stellte damals einen Bürgerantrag an die Stadt – mit Erfolg. 2020 organisierte die Stadt Bonn den ersten „Dicken-Pulli-Tag“, an dem es im Stadthaus eine Messe zum Thema klimafreundliches Wohnen gab, sich 30 regionale Schulen, mehr als ein Dutzend städtische Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit und auch Unternehmen beteiligt haben.

Stadt beteiligt sich nicht an Organisation

In diesem Jahr muss die Initiatorin den Tag alleine organisieren. Die Stadt beteilige sich Corona-bedingt nicht, so Nitsche-Hainer. Jedoch habe das Museum Koenig wieder zugesagt, an der Aktion teilzunehmen und auch der Dachverband der evangelischen Kirchen im Rheinland möchte die Botschaft „Weniger heizen, stattdessen einen dicken Pulli tragen“, verbreiten. Die Bonnerin hofft, dass vor allem viele Privatpersonen dieser Botschaft folgen werden. Wie viele Unternehmen sich beteiligen und ob Schulen auch in diesem Jahr das Thema behandeln, weiß Nitsche-Hainer nicht. Sie hat sich erst spät dazu entschlossen, den Tag in diesem Jahr durchzuführen. „Ich habe mich gefragt, ob man in Zeiten von Corona so einen Aktionstag machen kann. Natürlich gibt es viele Menschen, die gerade anderweitig belastet sind. Doch diejenigen, die den Kopf für das Thema Klima haben, möchte ich noch erreichen“, sagt die Beuelerin.

Nitsche-Hainer möchte den Aktionstag nicht nur auf Bonn beschränken, sondern in ganz Deutschland dazu aufrufen, daran teilzunehmen. „Man könnte sogar sagen, der Tag findet international statt, weil auch die Niederländer ihn am 5. Februar durchführen.“ Der dicke Pulli soll ein Symbol für all die kleinen Veränderungen sein, die man im Alltag zugunsten des Klimas vornehmen könnte. Wenn es am „Dicken-Pulli-Tag“ vielleicht nicht möglich sei, die Raumtemperatur zu reduzieren, so könne der Tag genutzt werden, um etwa das Auto stehen zu lassen oder ein Insektenhotel zu bauen.