20-jähriges Jubiläum wird gefeiert Wie sich die Nachfrage im Kinderladen der Caritas in Bonn entwickelt

Bonn · Seit 20 Jahren können Eltern für wenig Geld im Kinderladen der Caritas Bonn Kleidung, Spielzeug und mehr für ihre Kleinen kaufen. Wie entwickeln sich Bedarf und Nachschub?

 Christina Lenkeit-Blasius steht vor dem Kinderladen Esperanza.

Christina Lenkeit-Blasius steht vor dem Kinderladen Esperanza.

Foto: Marie Nadler

Lautes Gelächter, Stimmen reden durcheinander, Blumen schmücken den Raum: In der Dyroffstraße in Bonn im Gebäude des Caritasverbands herrscht am Freitag muntere Stimmung. Grund war die „Geburtstagsparty“ des esperanza Kinderladens, der 20-jähriges Bestehen feiert. Schon lange vor der Eröffnung in der Fritz-Tillmann-Straße 2 gab es eine Kleiderkammer für Kleinkinder und Babys von der Caritas. Damals noch im Keller der Beratungsstelle für Schwangere und Eltern. „Der Andrang war schon damals groß“, erzählt Marion Hoffmeister-Ecke (65), die damals die Beratungsstelle leitete. Aus dem großen Interesse entstand die Idee, einen ganzen Laden mit schönerem Ambiente aufzumachen.

Kleidung, Spielzeug, Kinderwagen – der Laden bietet für kleines Geld das, was man für Kinder von 0 bis 3 Jahren braucht. Schwangerschaftsbekleidung gibt es in dem kleinen Geschäft ebenfalls. Auch aktuell sei die Nachfrage groß, gerade in den letzten drei Jahren nehme der Bedarf zu, sagt Christina Lenkeit-Blasius (38), Leiterin des Ehrenamt-Teams. „Im letzten Jahr als die Strompreise gestiegen sind, war die Nachfrage besonders hoch“, berichtet sie. Kunden seien Familien mit wenig Einkommen, Studierende mit Kindern und Großeltern. Auch Familien, die die Nachhaltigkeit und das Second-Hand-Konzept des Kinderladens schätzen, kauften dort ein. Studierende und Menschen mit Bonn-Ausweis erhielten zusätzlich 50 Prozent auf die Produkte, sagt Lenkeit-Blasius.

So hoch wie die Nachfrage ist auch die Bereitschaft zu spenden. „Nach dem letzten Spendenaufruf im General-Anzeiger wurde überwältigend viel gespendet. Das Feedback war unglaublich“, sagt Lenkeit-Blasius. Teilweise musste das Team sogar Spenden vertagen, weil die Lagerkapazität nicht mehr ausreichte. Zum Herbst hin vermutet die Bonnerin wieder mehr Bedarf an Spenden. Besonders wichtig sei dabei, dass die Produkte sauber sind und ihre Qualität gut ist. Als Orientierung dient die Frage, ob man Kleidung auch seinem eigenen Kind noch anziehen würde, sagt Lenkeit-Blasius.

Kinderladen sucht Ehrenamtliche

Sabine Zündorf (73) gehört zu den ehrenamtlichen Helferinnen, denen mit der Jubiläumsfeier gedankt wurde. Sie ist schon seit Eröffnung des Kinderladens Teil des Teams. Der Kontakt mit den Familien und die Beratung bereiten ihr besonders Freude, sagt sie und erzählt von einer Kundin, die als Studentin in den Laden kam. Mittlerweile ist ihr Kind 17 Jahre alt. Sie habe es quasi aufwachsen sehen. Der Spaß an ihrer Arbeit ist Zündorf anzumerken. „So lange es geht, mache ich das noch“, sagt sie. Erst seit einem halben Jahr ist Martina Guthausen (66) als ehrenamtliche Helferin dabei. Für sie sei das Geschäft auch ein Ort der Begegnung.

„Wir sind ein bunt gemischtes Team mit engagierten Frauen, die unterschiedlich lange dabei sind“, erklärt Lenkeit-Blasius. Auch aktuell seien sie auf der Suche nach Ehrenamtlichen. Zu den Voraussetzungen gehören Spaß und ein freundlicher, respektvoller Umgang mit den Kunden. Interessierte können sich unter 0228 108258 oder esperenza@caritas-bonn.de melden.

Der esperanza Kinderladen hat von Montag bis Freitag von 10-13 Uhr und Dienstag bis Donnerstag bis 16.30 Uhr geöffnet.