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Handel in Endenich: Wieder gehen in einem Geschäft die Lichter aus

Handel in Endenich : Wieder gehen in einem Geschäft die Lichter aus

Handel ist Wandel, doch in Endenich sehen viele Bürger die aktuelle Entwicklung in ihrem Stadtteil mit großer Sorge: Nach mehreren Geschäftsschließungen in der verkehrsberuhigten Zone Endenicher Straße folgte das Aus der alteingesessenen Metzgerei und der Bäckerei in der Röckumstraße.

Zum Jahresende auch noch der Rewe-Supermarkt nur wenige Meter davon entfernt an der Kapellenstraße. Das bestätigte der Konzern dem General-Anzeiger auf Anfrage.

Das trifft nicht nur die vielen jungen Familien, die dort am Fuße des Kreuzberges leben, sondern auch viele alte Menschen. "Für mich ist das Nahversorgungsangebot sehr wichtig, weil ich kein Auto mehr fahre und alles zu Fuß erledigen muss", sagt Josef Fröhlich (76). Wie der Rentner beklagt auch Margret Vorhagen die bevorstehende Schließung. "Wie Sie sehen, bin ich mit dem Fahrrad unterwegs und auf kurze Wege angewiesen", sagt die 65-jährige Endenicherin.

Doch ihr Ärger, die Unterschriftenaktionen zum Erhalt des Rewe-Markts und die von Kinderhand gemalten Protestplakate, die an der Ladentür kleben, werden die Schließung wohl nicht verhindern. "Nach intensiver Prüfung ist der Standort für Rewe nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben", heißt es als Begründung aus der Konzernzentrale. Die 13 Beschäftigten würden allerdings nicht entlassen, sondern in andere Märkte versetzt.

Auch die Ortsausschussvorsitzende Karin Lepper bedauert die Schließung. Für sie ist es nach dem angekündigtem Aus für das Paulusheim an der Sebastianstraße die zweite Hiobsbotschaft innerhalb weniger Wochen. "Das reißt eine große Lücke in Endenich", sagte sie. Doch eine Chance, dass der Supermarkt erhalten bleiben kann, sehe auch sie nicht.

Was mit dem Ladenlokal nach der Schließung geschieht, kann die Eigentümerin, die Familie Eisen, derzeit noch nicht sagen. Dafür hat sie für eine andere Immobilie, die ebenfalls in ihrem Besitz ist, nach langem Leerstand einen neuen Mieter gefunden. Schon Mitte Mai soll Miteigentümer Peter Eisen zufolge in dem Gebäude an der Endenicher Straße, in dem sich einst der Drogerie-Markt Schlecker befand, ein Ein-Euro-Geschäft der Tedy-Kette eröffnen.

"Wir hätten gerne dem Wunsch vieler Endenicher entsprochen und an eine Drogerie vermietet", sagte Eisen dem GA. Doch allen Interessenten, mit denen er gesprochen habe, sei das Lokal mit 300 Quadratmetern zu klein gewesen. "Die Drogerieketten benötigen mindestens 500 Quadratmeter und mehr", sagte Eisen. Selbst bei einem Anbau, der möglich sei, hätte er am Ende nur 400 Quadratmeter Verkaufsfläche anbieten können.